Mahlzeit!

Archiv für den 7. April 2009

Biz Stone @ Stephen Colbert
The Col­bert Report Mon – Thurs 11:30pm / 10:30c
Biz Stone
comedycentral.com
Col­bert Report Full Epi­so­des Poli­ti­cal Humor NASA Name Con­test
Wenn Blogger streiten…

Ach, Gott­chen. Schöns­tes Wet­ter­chen da drau­ßen, aber man strei­tet sich in der Blog­go­sphäre. Na, komm, keine Angriffe an die­sen Punkt schon. Ich nenne mal mit “Blo­go­sphäre” all die­je­ni­gen, die in Deutsch­land aus wel­chen Grün­den auch immer, einen Blog betrei­ben. Ohne irgend ein wei­te­res Kenn­zei­chen.

Als eine Art Dach­ver­band gab sich da die Re:publica aus, und das stößt eini­gen Blog­gern zutiefst unan­ge­nehm auf. Denn Blogs sind für viele Dar­stel­lung der eige­nen Sicht­weise. Etwas Pri­va­tes, etwas Sub­jek­ti­ves. Das gilt für das Blog des­je­ni­gen, der keine Leser hat, bis zu gro­ßen Blogs wie dem von Ste­fan Nig­ge­meier. Sehr inter­es­sant an die­ser Stelle ist es, das selbst einige Jour­na­lis­ten diese Eigen­art von Pri­vat­blogs nicht bemer­ken. Auch was Ste­fan Nig­ge­meier bloggt ist sub­jek­tiv. Es muss nicht objek­ti­ven Maß­stä­ben ange­passt sein, es muss nicht ein­mal son­der­lich aus­ge­wo­gen sein. In einer Zei­tung ist das die Leit­li­nie, selbst in Kom­men­ta­ren stört über­zo­gene Sub­jek­ti­vi­tät. Aber Blog­ger sind in ihren Blogs frei, frei nach Schnautze zu reden. Inso­fern ist ein Blog ein Refu­gium Ein­zel­ner. Und das ist auch völ­lig okay so.

Man kann nun Blogs auch offe­ner gestal­ten. Als Tech­nik­blogs oder The­men­blogs. Je weni­ger in der­ar­ti­gen Blogs stark sub­jek­tive Dar­stel­lun­gen ohne son­der­li­ches Kenn­zei­chen vor­kom­men, desto objek­ti­ver sind sie. Desto sach­ge­nauer muss aber auch gear­bei­tet wer­den. Und es sind sol­che Blogs, die tat­säch­lich der eta­blier­ten Presse in Kon­kur­renz tre­ten. Sicher­lich in äußerst gerin­gem Maße, viel gerin­ge­rer als viele das möch­ten, aber immer­hin.

Die Macher der Re:publica haben mei­nes Erach­tes den Feh­ler gemacht, die­ses nicht so her­aus­zu­stel­len. Der Slo­gan, dass jeder Presse sei, ist über­zo­gen, unge­nau. Es will ja auch gar nicht jeder Blog­ger ein Pres­se­or­gan sein. Viele sind eben nicht scharf dar­auf, eine Kon­kur­renz zur Presse dar­zu­stel­len, es ist ihnen schlicht egal. Dass sich in die­sem Fall die eta­blierte Presse pro­vo­ziert fühlt, ist nicht ver­wun­der­lich.

Das macht die Re:publica aber noch längst nicht zu einer Anma­ßung, der­art, wie pikiert der eine oder andere auf diese Kon­fe­renz rea­giert. Grund­sätz­lich finde ich es toll, wenn jemand so eine Ver­an­stal­tung auf die Beine bekommt. Diese spe­zi­elle ist sicher­lich für alle geeig­net, die sich für über das rein Sub­jek­tive hin­aus­ge­hen­den Blogs inter­es­sie­ren und infor­mie­ren wol­len. Und sicher­lich gibt es da aus­tausch­bare Erfah­run­gen und mög­li­che Trends. Oft­mals trifft man auf unaus­ge­reifte Gedan­ken, die ver­wor­den wer­den, aber genau das ist ja auch Sinn einer sol­chen Ver­an­stal­tung. Es geht nicht allein um vor­zeig­bare Erfolge. Dass die Ver­an­stal­tung natür­lich inhalt­lich kri­ti­siert wer­den sollte, steht auf einem ande­ren Blatt.

Und daher: Drau­ßen ist Sonne, holt euch alle mal wie­der ein Eis!

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