Heute würdigt die Süddeutsche Zeitung Dieter Jasper, dass er schon jetzt Historisches geleistet habe. denn so einen Fall habe es bisher in der Bundesrepublikanischen Parlamentsgeschichte nicht gegeben.
Manuel Theisen, der Wirtschaftswissenschaftler an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität beschäftigt sich seit etlichen Jahren mit Titelmissbrauch. Die “Freie Universität Teufen” ist ihm wohlbekannt: “Teufen ist die allermieseste und allerälteste Titelmühle, die es gibt”, sagt er zu sueddeutsche.de. Sie sei der “Marktführer” in dieser verrufenen Branche. Wer hier seinen Titel erwerbe, der wisse, was er tut.
Theisen hält die Darstellung Jaspers [über sein Nichtwissen der Titelmühle] schlicht für “Kokolores”. Wer Geld für einen Doktortitel bezahle, müsse wissen, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Er könne sich “kein Szenario vorstellen, in dem jemand glaubhaft erklären kann, dass er da unwissentlich in etwas hineingelaufen ist”.
Erste Zweifel gibt es auch bei der CDU. Wurde in der Lokalpresse noch kolportiert, dass der CDU Kreisverband nach der Unterredung mit Jasper von dessen Integrität völlig überzeugt worden sei, gibt die Süddeutsche einen Teilnehmer wieder, der sie schon überrascht zeigte, wie dünn die vorgelegte Doktorarbeit von Jasper gewesen sei.
Im Moment spricht aus Sicht des Kreisverbandes dagegen, dass dann der Wahlkreis Steinfurt III in Berlin von der CDU nicht mehr vertreten wäre. Wenn aber Jasper wegen Titelmissbrauchs verurteilt werden würde, dann wäre wohl auch für den von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann geführten Kreisverband eine Grenze erreicht.
“Wir müssten die Sache dann sicher neu bewerten”, sagte CDU-Kreisgeschäftsführer Johannes Machill zu sueddeutsche.de.
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