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Kant für die Hand

Was es nicht alles gibt! Kant für die Hand ist ein Bas­tel­buch, mit dem man Begrif­fe der Kri­tik der rei­nen Ver­nunft nach­bau­en kann. Mal ne ande­re Art, sich mit den Begrif­fen Kants ver­traut zu machen. Aber die Her­lei­tun­gen der Kan­ti­schen Phi­lo­so­phie wer­den wohl auf der Stre­cke blei­ben.

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Wie ist das eigentlich mit… dem Urban-Priol-Bashing der Süddeutschen Zeitung?

Es gibt immer wie­der Zeit­ge­nos­sen, die mit Kaba­ret­tis­ten nicht klar kom­men. Leu­te, die mei­nen, man dür­fe das so nicht sagen, was Kaba­ret­tis­ten so sagen. Ein paar davon dür­fen für die Süd­deut­sche Zei­tung schrei­ben.

Ange­fan­gen hat alles mit einem Kom­men­tar von Hans Holz­hai­der:

Am Sams­tag auf dem Münch­ner Ode­ons­platz mokier­te sich Urban Pri­ol vor etwa 30.000 Zuhö­rern über Wolf­gang Bos­bach, den Vor­sit­zen­den des Innen­aus­schus­ses im Bun­des­tags, der vor einem “Rück­fall in die Ter­ror­spi­ra­le der sieb­zi­ger Jah­re” gewarnt habe. Er höre schon das Stamm­tisch­geg­rum­mel, sag­te Pri­ol: “Die hät­ten heu­te wie­der gut zu tun in Deutsch­land.” Aber wen “von die­sen Nasen” sol­le man denn heu­te ent­füh­ren? Einer wie der Brü­der­le “der tex­tet die doch so zu, dass die den Kof­fer­raum auf­sper­ren und sagen: Bit­te geh!” Zur Ehren­ret­tung des Publi­kums muss man sagen, dass nie­mand lach­te, und dass etli­che Pfif­fe zu hören waren.

Da muss bei Holz­hai­der aber die Hör­leis­tung aus­ge­setzt haben: Die Leu­te haben sehr wohl gelacht und applau­diert. Und wie will er eigent­lich beim Pfeif­kon­zert der Ver­an­stal­tung Unter­stüt­zer­pfei­fen und Protest-gegen-Vortragende-Pfeifen unter­schei­den? Holz­hai­der igno­riert auch voll­kom­men, dass Bos­bachs Anspie­lung auf die Demons­tra­tio­nen gemünzt war und dass inso­fern die Über­trei­bung dort schon statt fand.

Da ist auch noch Olaf Przy­bil­la. Die­ser meint, dass Pri­ol mit obi­ger Aus­sa­ge die Fra­ge auf­wer­fe, was Sati­re eigent­lich darf. Alles, meint Tuchol­sky. Zumin­dest nicht das, was Pri­ol vom Sta­pel lässt, Przy­bil­la. Und war­um nicht? WARUM NICHT? Das hat Przy­bil­la ver­ges­sen zu schrei­ben. Ver­öf­fent­licht hat es die Süd­deut­sche den­noch. “Es gab Zuhö­rer auf dem Ode­ons­platz, denen der Atem gestockt hat bei die­sen Sät­zen.” schreibt Przy­bil­la. Das ist kein Zei­chen für schlech­tes Kaba­rett. Was die­ses Gebas­he in der Süd­deut­schen Zei­tung ver­lo­ren hat, das erschließt sich mir nicht.

Noch etwas här­ter ins Gericht mit Pri­ol geht Hil­mar Klu­te: Für ihn ist Pri­ol ein Vul­gär­ka­ba­ret­tist und “das Schieß­ge­wehr eines ent­fes­sel­ten Spieß­bür­ger­tums”. Sol­che Titu­lie­run­gen muss man sich auch erst ein­mal ver­die­nen.

Sati­re darf alles? Ja, Gott, in einer Demo­kra­tie darf ja jeder fast alles sagen. Man soll aber bit­te nicht ver­ges­sen, dass die Sati­re eine Kunst­form ist — und dass Kurt Tuchol­sky die­sen Satz nur schrieb, weil er wuss­te, dass Sati­re aus­schließ­lich dann zugrei­fen kann, wenn sie eine sou­ve­rä­ne Distanz zu ihrem Gegen­stand gefun­den hat. Pri­ol hat das nie ver­stan­den. Er weiß nicht, dass ein poli­ti­scher Kaba­ret­tist nie­mals auf dem wohl­pla­nier­ten Feld­herrn­hü­gel der Mei­nungs­ho­heit ste­hen darf, son­dern selbst Teil sei­nes Redens sein muss.

Ich glau­be ja, Klu­te hat weder Pri­ol noch Tuchol­sky ver­stan­den. Denn letz­te­rer schreibt:

Vor allem macht der Deut­sche einen Feh­ler: er ver­wech­selt das Dar­ge­stell­te mit dem Dar­stel­len­den. Wenn ich die Fol­gen der Trunk­sucht auf­zei­gen will, also die­ses Las­ter bekämp­fe, so kann ich das nicht mit from­men Bibel­sprü­chen, son­dern ich wer­de es am wirk­sams­ten durch die packen­de Dar­stel­lung eines Man­nes tun, der hoff­nungs­los betrun­ken ist.

Aber Klu­te tut dem Leser ja den Gefal­len, einen der alberns­ten Sät­ze, den der Jour­na­lis­mus in Deutsch­land her­vor­ge­bracht hat, raus­zu­kra­men:

Das poli­ti­sche Kaba­rett in Deutsch­land, es ist längst tot.

Toll. Schon tau­send­fach gehört, die­se Pöbe­lei. Ich emp­feh­le hier das Fach­buch für Nör­ge­lei. Und was meint Tuchol­sky dazu?

War­um sind unse­re Witz­blät­ter, unse­re Lust­spie­le, unse­re Komö­di­en und unse­re Fil­me so mager? Weil kei­ner wagt, dem dicken Kra­ken an den Leib zu gehen, der das gan­ze Land bedrückt und dahockt: fett, faul und lebens­tö­tend.

Und dabei kann­te Tuchol­sky die Mer­kel gar nicht.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Don Alphon­so schüt­telt den Kopf über die FAZ und die Süd­deut­sche, in ihren Ver­su­chen, Blogs zur Kata­stro­phe in Fuku­shi­ma zu füh­ren.

Fefe ver­gleicht die Lage des Arbeits­mark­tes in Spa­ni­en mit der in Deutsch­land.

Bei Pro Deutsch­land hat der Mil­lio­nen­schwe­de wie­der mit den Geld­schei­nen gewun­ken und sie dann fix wie­der in der Tasche ver­staut. Die rech­te Bewe­gung ist wohl so klamm, dass der das bei denen öfters tun darf. Nun ist Brink­mann vom Vor­sitz des Lan­des­ver­ban­des Ber­lin zurück­ge­tre­ten, weil ein Kan­di­dat dort schwul sein soll.

POPCORN! Die FAZ schreibt, dass Wes­ter­wel­le Brü­der­le und Hom­ber­ger aus ihren Ämtern kegeln woll­te und geplant hat, dazu Rös­ler und Bahr zu instru­men­ta­li­sie­ren. Die soll­ten als Dank Wirtschafts- bzw. Gesund­heits­mi­nis­ter wer­den. Die ein­zi­ge Kli­en­tel, die die da ernst­haft ver­tre­ten, sind doch sie selbst.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie lan­ge hält sich wohl noch das Par­tei­en­sys­tem in die­ser Form? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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