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Archiv für den 4. Oktober 2011

Guten Morgen

Morgenkaffee Katrin Schuster kritisiert die aktuelle Bücher-Bestseller-Liste anhand der ersten Sätze der Bücher. Mehr sollte man wohl auch nicht unbedingt lesen.

Amanda Knox ist in Italien vom Vorwurf, ihre Mitbewohnerin ermordet zu haben, aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Wie Zeitungsberichte ausgesehen hätte, wenn sie nicht freigesprochen worden wäre, zeigt ein aus Versehen online gegangener Bericht der englischen Daily Mail.

Ben Becker spricht darüber, dass man in Deutschland als Schauspieler nur dann gut im Geschäft ist, wenn man mit dem Strom schwimmt.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist die deutsche Literaturbestsellerliste bald genauso unbedeutend wie deutsche Musikcharts? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Was ich noch sagen wollte zu… Herles’ verstaubtem Sofa

Man kann ja seit einiger Zeit mit Interesse beobachten, wie das ZDF eine Literatursendung nach der anderen vergeigt, wenn es darum geht, einen Nachfolger für das Reich-Ranickis Literarisches Quartett oder auch nur für Heidenreichs Lesen! zu finden.
Dieses Mal hat man sich wohl gedacht: Wir brauchen auch so eine Sendung wie druckfrisch, bloß biederer. Und so kam Wolfgang Herles die Aufgabe zu, eine hippe Sendung im Hauptprogramm des ZDF zu machen. Herausgekommen ist ein unausgegorener Schmu, der es weder versteht, Literatur mit Niveau zu vermitteln, noch zu unterhalten. Herles doziert angestrengt über irgendwelche Bücher, wobei der Leser mit der Frage im Stich gelassen wird, wonach Herles eigentlich sucht, nach welchen Kriterien er lobt oder tadelt. Eine Sendung ohne Potential.
Ich stolpere gerade überhaupt nur über die Sendung, weil ich mir das neue Aussehen der FAZ-Internetseite zu Gemüte führe. Dabei springt mir eine aktuell scheinende, lobende “Früh”-Kritik der Sendung ins Auge, die auf der Feuilleton-Seite aktuell erscheint, aber doch schon knapp 3 Wochen alt ist. Ähnlich verstaubt wie das blaue Sofa.

Bitte keine Werbespionage einwerfen

Ich bin jetzt nicht so ein, wie heißt das noch gleich, Geek, dass alles, was an Online-Technik von mir verwendet wird, total mein geistiges Durchdringen wiederspiegelt. Andere Blogger müssen ja unbedingt Software an den Start bringen, die sie selber geschrieben haben, deren höchster Admin sie selbst sind. Da bin ich schon etwas gelassener. Die Dinge, die hier veröffentlicht werden, sind nun eben mal nicht Allerprivatestes.
Facebook möchte ich dennoch etwas fernhalten. Das habe ich schon mal geschrieben, doch immer zwei Browser am Laufen zu haben, ist auch etwas nervig. Vor allen auf Rechnern, die eh nur für gelegentliches Surfen bestimmt sind. Daher verwende ich dort den Firefox Browser mit ein paar Bitte-keine-Werbespione-unnätig-reinlassen-Plugins, die da wären: ShareMeNot, RequestPolicy, BetterPrivacy, und natürlich Adblock Plus.
Man muss zwar anfangs diverse Rechte für Seiten extra anlegen, aber nach einiger Zeit – man surft ja eh oft auf denselbenSeiten – hat sich das Ganze sehr schön eingespielt. Und mann schützt sich auch etwas vor der Informationsüberflutung, die einige Webmaster ihren Besuchern antun.

Das vergeigte Fernsehpreis bei RTL

Vor Jahren habe ich Sat1 mal aus meiner Liste im Fernsehen einprogrammierter Sender genommen. Das ewige Hartz-IV-Fernsehen ging mir auf den Zeiger: Fernsehen über Hartz-IV-er für Hartz-IV-er von geistigen Hartz-IV-ern ist für denkende Menschen einfach nicht erträglich und deprimierend. RTL habe ich nicht geschaut, aber auch nicht gelöscht. Trotzdem verschwand es mühelos und ohne, dass man irgendetwas vermisste, von der Bildfläche.

Sowas entwöhnt einen als Fernsehzuschauer etwas von der Bodenlosigkeit des Niveaus, dass sich im Privatfernsehen hier und da breit gemacht hat. Das habe ich erst letztens gemerkt, als ich beim Zappen zufällig bei n-tv stoppte, weil Peter Klöppel da war. Und was die Moderationsattrappe, die Klöppel da zu interviewen versuchte, Klöppel fragte, das sagt so unheimlich viel:

Wie feiern Sie eigentlich dieses Jahr den 11. September?

Da braucht man keine Scherze mehr machen: Das ist die Disqualifikation seriösen Journalismusses. Gut, ok, wir sprechen über n-tv, nicht über seriösen Journalismus. N-tv sind schließlich auch die, die ihren Praktikanten nicht unbedingt Kohle zahlen, und sich über bezahlte Praktika aufregen, oder so. Wie soll da das Programm auch groß aussehen?

N-tv-Muttersender RTL hat nun bei der Sendung zum Fernsehpreis 2011 etwas geschafft, das irgendwie neu ist: Die Fernsehkritiker haben bei dieser Sendung derart keinen Bock mehr auf die niveaulose Machart der Sendung, dass sie ihre ernsthafte Kritik inhaltlich abbrechen. Stefan Niggemeier belässt es bei der Betrachtung des pietätslosen Totengedenkens in der Sendung, Hans Hoff hängt die Sendung an der Klatschtante von RTL auf und klammert sich an Oliver Pocher. Die Sendung war so schlecht, dass Pocher als Qualitätsfernsehen durchgeht.

Vor einiger Zeit hat die RTL-Chefin Kritik am Programmniveau ihres Senders damit abgetan, dass die Zuschauer es angeblich so wollen. Das scheint Kritik den Boden unter den Füßen wegziehen zu lassen. Inzwischen ist man wohl so kritikbefreit, dass man gar nichts mehr an sich heran kommen lässt. Ballermannfernsehen ohne Alkohol.

Aber gut: Ich schaue RTL schon lange nicht mehr.

Nachtgeschichten

Die Nachtgeschichten von heute

  • Zusatzstoffe und Tiefkühlprodukte: Mythos deutsches Brot | tagesschau.de – Wie gut ist unser Brot? Bäckerverband und Verbraucherschutzministerin Aigner loben die Vielfalt und wollen es zum Weltkulturerbe erklären lassen. Über Backmischungen, Zusatzstoffe und Discounterbrot dagegen spricht die Branche nicht so gern.
  • Italiens unzuverlässige Justiz | NZZ Online – Die Freisprüche im Mordprozess in Perugia schüren Zweifel an Italiens Justiz. Die Staatsanwaltschaft will den Fall ans Kassationsgericht weiterziehen.
  • heise online – Verpflichtung zur Breitband-Versorgung "ist vom Tisch" – <p>Die Pläne der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, mit der anstehenden Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) eine Universaldienstverpflichtung für Breitbandzugänge einzuführen, sind offenbar Makulatur. Zwar sind die Gespräche der Fraktionsexperten noch nicht abgeschlossen, doch ist der Fall für die zuständige FDP-Bundestagsabgeordnete Claudia Bögel erledigt. "Das Thema ist vom Tisch", sagte die Liberale am Dienstag gegenüber heise online.</p>
  • D’oh! Could ‘The Simpsons’ Be Coming To an End? – TIME NewsFeed – <p>"Fox is taking the position that unless they can cut the production costs really drastically, they'll pull the plug on new shows," said a Simpsons insider with knowledge of the negotiations to The Daily Beast. "The show has made billions in profits over the years and will continue to do so as far as the eye can see down the road. The actors are willing to take a pay cut of roughly a third, but that's not good enough for Fox."</p>
  • Perlentaucher.de – Deutsche Zeitungen stehen kaum noch online – <p>Könnte es sein, dass die Zeitungen systematisch versuchen, die Leser aus dem Netz zu holen? Die Frage klingt zunächst absurd, aber sie wird plausibel vor dem Hintergrund der neuesten Netzrevolution, die das Netz womöglich mehr gefährdet als bereichert: der Tablet-Computer, und hier natürlich vor allem des Ipad und später vielleicht noch des Kindle Fire von Amazon. Die Zeitungen träumen davon, sich dort wieder als schicke und geschlossene Oberflächen anzubieten.</p>
  • EU-Gericht kippt Fußball-Exklusivvermarktung – sueddeutsche.de – <p>Die Exklusiv-Vermarktung von Fernsehrechten im Profifußball verstößt gegen EU-Recht. Der Europäische Gerichtshof entschied, dass zum Empfang von Übertragungen im Bezahlfernsehen ausländische Decoderkarten nicht verboten werden dürfen. </p>
  • Deutscher Fernsehpreis 2011 – Wenigstens spottet der Pocher – sueddeutsche.de – In diesem Jahr blieb es ruhig bei der Gala in Köln, dabei hätte es durchaus Grund zur Aufregung gegeben, denn die Art der komplett in die Belanglosigkeit strebenden RTL-Inszenierung, die Ludowigisierung von Inhalten sozusagen, entwertete manches auf ganz besondere Art.
  • DWDL.de – Der Fernsehpreis und die Lachnummer mit der Sperrfrist – So verschickte die dpa am späten Sonntagabend eine Meldung mit den wichtigsten Gewinnern des diesjährigen Fernsehpreises. Mit Sperrfristhinweis für den 3. Oktober, 23 Uhr. Doch diese Meldung wurde binnen Minuten von Focus Online offenbar automatisch veröffentlicht. Mehrere weitere Nachrichtenportale, darunter Sueddeutsche.de und Welt Online sowie zahlreiche regionale Tageszeitungs-Websites, folgten. Doch der automatisierte Agentur-Journalismus wird noch kurioser.
  • Abmahnung wegen "Endgegner" Motiv | 3DSupply Blog
  • Deutscher Fernsehpreis: Von Harmonie und Kardinalfehlern – Stuttgarter Zeitung – Dumm nur, dass RTL die ARD-Sause ausrichtete. Die Privatfunker am Rhein schienen bisher die Kompetenz in Show allein für sich gepachtet zu haben. Doch an diesem Abend machten sie zwei Kardinalfehler: Sie stellten erstens mit Marco Schreyl und Nazan Eckes zwei farb- und geistlose Teleprompter-Ableser als Gastgeber auf die Bühne. Zweitens versuchten sie, der Veranstaltung mit peinlicher Penetranz den RTL-Stempel aufzudrücken.
  • the network, a headless tail – wirres.net, fachblog für irrelevanz – das was ich mal über die blogoshäre gesagt habe, dass sie die erste gruppe ist, der ich mich zugehörig fühle, weil sie so ungeheuer heterogen ist, dass man sie gar nicht als gruppe bezeichnen kann, zeigt sich jetzt auch bei #OccupyWallStreet — keine grundsätze, keine ideologie, keine glaubensbekenntnisse. nur der ärger und frust und das bedürfnis das laut und deutlich zu sagen.
  • Friso Wielenga, Direktor des Zentrums für Niederländische Studien in Münster, informiert über unser Nachbarland die Niederlande : fluter.de – "Dag Enschede – Hallo Münster" steht auf einem Zug am Hauptbahnhof. Irgendwie dreht sich hier alles um deutsch-niederländische Beziehungen. Das "Zentrum für Niederlande-Studien" ist das einzige seiner Art in Deutschland – und mit dem Standort Münster dem Nachbarn ganz nah. Die Geschichte vor der Nase haben die Studierenden dabei jeden Tag. Schließlich ist das Institut im alten Krameramtshaus untergebracht – genau dort, wo schon bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden 1648 die niederländische Delegation residierte. Professor Friso Wielenga, selbst Niederländer, kennt den Wechsel zwischen den Ländern. Beides ist Zuhause, sagt er. Dass er die Grenze passiert, merkt er allerdings auch an der Geschwindigkeitsbegrenzung.
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