Linktipp: sofaschmöker.de.

Seite 1 von 3012345...102030...Letzte »

Telefonat auf die Krim

Heute ist ein Telefonat mit dem Vater meiner Freundin auf der Krim zustande gekommen. Vor zwei Wochen war er noch optimistisch, dass sich die Tumulte auf der Krim bis zum Sommer legen, so dass wir ihn problemlos besuchen könnten.

Das Blatt hat sich gewendet. Inzwischen fürchtet er um seine Existenzgrundlage. Er und seine heutige Frau arbeiten für Unternehmen, die mit dem ukrainischen Staat in Verbindung stehen. Sie gehen davon aus, dass sie umgehend Ihre Anstellungen verlieren, sollte die Krim an Russland fallen. Russland würde sämtliche Aufgaben auf der Krim an russische Firmen vergeben.

Die Krim selbst, die vom Festland abhängig ist, würde um den wirtschaftlichen Fortschritt der letzten 20 Jahre gebracht werden. Eine trostlose Zukunft gerade für die jüngeren Bewohner der Krim, von denen es jetzt schon auf Grund der wirtschaftlichen Lage nicht allzu viele gibt.

Bild aus glücklicheren Zeiten: Vater meiner Freundin (2.v.l.), meiner einer (4.v.l.)

Bild aus glücklicheren Zeiten: Freundin meines Vaters (2.v.l.), meiner einer (4.v.l.) im August 2013

Und dennoch misstraut er den Umwälzungen in Kiew, zu viele Nationalisten seien dort am Werk. Woher kommt dieses tiefe Misstrauen? Einerseits wird Ukrainisch oftmals als Bauernsprache angesehen, die es mit dem Russisch eines Puschkins, eines Dostojewskijs nicht aufnehmen kann. Überhaupt wird nur an vier Schulen auf der ganzen Krim in ukrainisch unterrichtet. Zudem ist die russische und frühere sowjetische Propaganda ein ungemein gereiftes Mittel.

Wir erfahren am heutigen Mann der Mutter meiner Freundin, der früher in der Sowjetunion lebte und nun schon 25 Jahre in den Vereinigten Staaten lebt, dass diese Propaganda immer noch nachhallt. Er werde niemals etwas Schlechtes über die Sowjetunion sagen, er habe es damals gut gehabt. Kein Gedanke daran, wie es anderen erging. Kein Gedanke daran, dass es ihm so gut ging, weil sein Vater eine bedeutende Position innehatte. Da kann man ruhig einwenden, es war kein Rechtsstaat, dieser Einwand ist sinnlos: Die Rede von einem Rechtsstaat sagt ihm nichts. Ein Umzug von der Sowjetunion in die Vereinigten Staaten war für ihn in staatlicher Hinsicht lediglich ein Wechsel der Fahnen.

Die Krim ist nie in der Ukraine angekommen, hat sich immer als autonom betrachtet, man fühlt sich eher Russland als der Ukraine zugehörig. Derzeit fühlt man sich eh schon eingenommen mit den übermächtig wirkenden russischen Soldaten vor Ort, fühlt sich im Krieg, fühlt sich überrumpelt und ausgeliefert, sofern man nicht Freude über die scheinbare Zugehörigkeit zu Russland empfindet.

Wie es weitergeht, steht in den Sternen. Möglicherweise sieht meine Freundin ihren Vater für lange Zeit nicht wieder, möglicherweise ihre Großeltern nie. Möglicherweise wird sie monatlich knapsen, um ihren Vater vor Ort über die Runden kommen zu lassen.

Wir werden überlegen, falls Russland die Überhand behält, ob die Familie ihre Stiefschwester nach Deutschland kommen kann. Eine Zukunft, und das ist allen klar, werden ihre kleinen Kinder unter russischer Herrschaft auf der Krim nicht haben.

Die Krim und das Völkerrecht

Da ich mich in meiner Uni-Abschlussarbeit mit dem Völkerrecht nach Kant beschäftigt habe, kann ich ja mal kurz die Lage auf der Krim in dieser Hinsicht erläutern. In philosophischer Hinsicht müsste grundsätzlich noch erklärt werden, welchen Stellenwert Begründungen an sich haben, was eine Begründung ist, wo und wie Begründungen verankert werden usw. So weit gehe ich nicht zurück.

Das Völkerrecht [hierzu: Wikipedia] ist in philosophischer Hinsicht – Kant ist meines Erachtens der einzige Philosoph, der das Völkerrecht begründet darlegt – zunächst einmal ein aus dem Staatsrecht notwendig werdendes, aber unverankertes Recht. Unverankert, weil es keine Rechtsprechungsinstanz für das Völkerrecht gibt. Hiervon geht Kant in Die Metaphysik der Sitten aus. Das Völkerrecht ist zunächst schlicht das nach außen gewendete Staatsrecht, ein Staat hat die Pflicht, die rechtliche Ordnung nach innen zu schützen und entsprechend nach außen. Laut Kant erwächst hieraus das Recht zu kriegerischen Handlungen, falls der eigene Staat angegriffen, die eigene Rechtsordnung somit bedroht ist. Er muss laut Kant die notwendigen Mittel ergreifen dürfen, d.i. Bürger als Soldaten einsetzen, die er zur Erfüllung seiner Pflicht braucht.

Ein Staat kann sich nach Kant durch einige Ereignisse bedroht fühlen: Militärische Aufrüstung, Kriegserklärungen oder Beleidigungen. Letzteres ist sicherlich ein sehr diskutabler Punkt, allerdings wird er als Kriegsgrund meines Wissens seltenst angeführt.

Soweit die Theorie. Im aktuellen Konflikt um die Krim kann man festhalten: Russland ist nicht beleidigt worden, die Ukraine hat nicht militärisch aufgerüstet, sie hat niemandem den Krieg erklärt und ist auch sonst außenpolitisch nicht andere Staaten angegangen. Russlands Vorgehen ist ein eindeutiger Verstoß gegen das Völkerrecht, indem man mit Soldaten in ein anderes Land eingedrungen ist. So ein Verhalten kann man als Kriegserklärung werten.

Was ich noch sagen wollte… zu Edathy und der Schuldfrage

Irgendwie geht mir das Rumgeeiere der Medien zu aktuellen Affären zunehmend auf den Zeiger. Gestern sah ich die ZDF-Nachrichten und in der 19 Uhr Sendung und der nachfolgenden Spezialsendung hat man es nicht auf die Kette gekriegt, Verdachtsmomente, Unschuldsvermutung und Gerüchte auseinander zu halten.

Auch die FAZ gibt gerade die Meldung des SPIEGEL über ein Interview mit Edathy hält sich weiterhin für unschuldig wieder, als ob das so etwas Uneinsichtiges wäre – in rechtlicher Hinsicht gibt es ja derzeit offenbar überhaupt keinen Hinweis einer Schuld.

Spannend wird es bezüglich des Geheimnisverrates: Zwar kann man Friedrich weiterhin vorwerfen, Geheimnisverrat begangen zu haben, aber sofern Edathy nichts vorzuwerfen ist, kann man wohl niemandem die Vereitelung der Strafverfolgung vorwerfen.

Einerseits ist das Verhalten Edathys moralisch höchst disputabel, allerdings juristisch nicht strafbar. Und auf dieser Grundlage dilletantieren da Politiker, Juristen und Journalisten um dessen Kopf und Kragen. Unfassbar.

Die Top10-Tweets des Januars

mehr wie immer bei Anne Schüßler.

Lauers Lüftchen

Ich habe diese aus Piratenparteirichtung kommende Lanz-Petition nicht so recht verstanden. Die Petition, soweit ich verstanden habe, richtet sich gegen die massive Öffentlichkeit, die die Contra-Lanz-Petition hat, verweist auf angeblich wichtigere Dinge und meint, da das Format eine Show sei, sei nichts anderes zu erwarten als Show, d.h. als so-tun-als-ob man es ernst meint.

Das glaube ich nicht. In den Talk-Shows finden Gespräche statt, auch mit Politikern, und hier gibt es eine berechtigte Erwartungshaltung, dass man nicht rundherum belogen wird.

Zudem schien mir auf den ersten Blick naheliegender, dass man selbst Öffentlichkeit haben wollte:

Nun ja, bundesweit ist die Piratenpartei und auch Herr Lauer kaum noch in medialer Behandlung, sehr wohl noch in der Berliner Presse, aber da sitzen sie ja auch im Abgeordnetenhaus. Eine andere Sichtweise präsentieren da Matthias Dell:

“Der Berliner Piratenpolitiker Christopher Lauer startete am Samstag im Netz eine Gegen-Petition mit dem Titel: ‘Markus Lanz soll mal bitte seine Show so machen, wie er will, immerhin ist er ja erwachsen’, die bis Montagmittag ein paar hundert Personen unterzeichneten. ‘Die Lanz-Debatte der vergangenen Tage ist doch etwas grotesk’, begründete Lauer seine Initiative.’”
Dass ein Piratenpolitiker so pseudolocker medienkonservativ argumentiert, könnte man beinahe für eine Nachricht halten.

In der Tat – wenn die Piratenpartei bundesweit gerade noch in aller Munde wäre. Wobei ich es noch schlimmer finde, medienkonservativ bezeichnet zu werden als tendentiell populistisch.

Ist Promitrauer um Michael Schumacher passend?

Michael Schumacher ist verunglückt und diese Nachricht hat im Internet für eine Welle der Anteilsnahme, aber auch Kritik an dieser Welle gesorgt. Sicherlich gibt es unkritische Kommentatoren, die sich über Trauernde unangemessen aufregen, aber das bedeutet nicht, dass es hier keine sachlich angemessene Kritik geben kann.

Aber zunächst: Die Rede von Stellvertretertrauer halte ich für falsch. Niemand trauert über den Unfall von Michael Schumacher, weil er über etwas anderes nicht so trauern kann. Zumindest niemand, der nicht vorbelastet ist. Jemand, der Stellvertretertrauer annimmt, müsste bei dieser Argumentationsakzeptanz bei Take-That-Konzerten auch von Stellvertreterfreude ausgehen, sprich: Der ausschlaggebende Grund für die Emotion ist egal. Hier kann man ansetzen und sagen Emotionen sind eben nicht rational angelegt, damit zerstört man aber auch die Rede von Stellvertretertrauer.

Der Kern des Anstoßes bei solcher Promitrauer ist nicht, dass überhaupt getrauert wird, sondern dass das Thema übermäßig angegangen wird. Die Frage wäre, ob eine rationale Analyse Trauer aus guten Gründen beeinträchtigt. Wenn Michael Schumacher also angeschossen worden wäre, erzeugt das einen anderen Mitgleidsgrund, als wenn er wie angeblich gerade, durch Risikoverhalten sein Leben aufs Spiel setzt?

Ich habe mich dazu öffentlich nicht positioniert, weil ich allen selbst überlasse, wie sie mit dem Thema umgehen möchten. Ich würde allerdingts Leute aus meiner Timeline feuern, wenn sie nur noch rumheulen würden. Was ich aber offensichtlich finde, dass Medien wie RTL das Thema grotesk verfehlen, wenn sie einen Großteil ihrer “Nachrichten” mit Spekulationen um den Unfall und die Beteiligten an Hand verwenden und zwei Korrespondenten am unterschiedlichen Orten in Frankreich vor die Kamera stellen, die sagen, bisher könne man nichts Genaues sagen. Da wird nicht Journalismus betrieben, sondern es werden Emotionen ausgeschlachtet.

Genau das kann man einigen Trauernden sicherlich auch ankreiden. Aber verboten ist das nicht. Und vielleicht sollte man sich nicht mal öffentlich darüber aufregen.

Ich bin geistig krank

In Deutschland hat man das Recht, Teledienste anonym zu verwenden. Bei anonymen Publikationen weiß man allerdings nie mit letzter Sicherheit, ob jemand, der anonym etwas veröffentlicht, diese Veröffentlichungen erfunden hat oder nicht. Derzeit gibt es ein Aufsehen erregendes Blog eines angeblich Mitzwanzigers, der seine Jugend als Mitglied der Religionsgemeinschaft Zeugen Jehovas anonym beschreibt:

Das Fazit ist das gleiche wie immer. Jehova ist super, sagt Jehova, und wenn wir das, was in der Bibel steht, tun, kommen wir ins Paradies. Sagt Jehova. Viel mehr entnehme ich der Bibel nicht.

Der Name des Blogs, Geistig krank, resultiert aus der angeblichen Unterstellung der Religionsgemeinschaft, dass Abtrünnige von den Zeugen Jehovas als geistig krank bezeichnet werden. Beim Lesen des Blogs fällt die sprachliche Brillianz des Autors auf, die Texte lesen sich wie ein spannender Roman.

In manchen Versammlungen traf man auf eine Auswahl der kleinen Propheten samt aller Apostel. Und natürlich mindestens eine Sarah. Grob geschätzt hieß jedes dritte Mädchen Sarah. Auf großen Kongressen musste man glatt durchnummerieren. Einen Vorteil hatte diese Namenspraxis. Anhand der Vornamen konnte man ganz gut erkennen, wer “in der Wahrheit” aufgewachsen war und wer (oder wessen Eltern) Konvertit(en) war(en). Das mag zunächst unwichtig erscheinen. Aber als ZJ-Jugendlicher wurde man regelmäßig dazu ermuntert, bei einem potentiellen Ehepartner auf seinen Eifer zu achten. Ein biblischer Vorname war da schon mal gar nicht so schlecht – zumindest, wenn man die Angebetete den Eltern vorstellte.

Ob wahrheitsgetreu oder nicht, in jedem Fall eine Leseempfehlung: geistigkrank.wordpress.com.

Journalistische Ausbeutung oder: Die hässliche Seite des amerikanischen Traums

Es war zu erwarten, dass der deutsche Ableger der Huffington Post ebenso wie in anderen Ländern auch in Deutschland das Geschäftsmodell einsetzen möchte, Schreibern von Artikeln nichts für ihre Arbeit zu bezahlen. Das ist wohl auch genauso eingetreten, wie dieser Link klar macht. Dem kann man direkt nichts besser entgegensetzen als der letzte Kommentator dieses Artikels bei der Huffpo: Don’t write for free!

Es ist nichts anderes als die hässliche Seite des amerikanischen Traums: Das vage und ohne Verantwortung ausgesprochene Versprechen, dass man für die geleistete Arbeit möglicherweise in der Zukunft etwas gewinnt, während der Traumversprecher direkt seinen Gewinn daraus zieht. Und die Leute, die so etwas betreiben sind moralisch schon so verkümmert, dass sie keine Skrupel in diesen Dingen mehr kennen.

Macht doch jeder. Funktioniert doch prima in Amerika, dann kann es woanders nicht falsch sein. Kann es doch.

Konzert: Christian Steiffen, 9.8.2013, Damme

Es ist schon etwas her, dass ich in Damme gewesen bin. Es muss so Mitte-Ende der 90er gewesen sein. Damals fanden dort die schulischen Tage religiöser Orientierung, eine für viele eher alkoholisierte Selbstfindung, statt. Außerdem ist Damme ja für seine Karnevalsveranstaltung bekannt, aber deswegen bin ich dort nie hingefahren. Als ich hörte, dass Christian Steiffen dort auftritt, dann sah, dass der Eintritt bei 5€ liegt, war das Hinfahren eine ausgemachte Sache.

Allerdings war die Hinfahrt schon einstimmend, denn die Wegbeschreibung der Rahmenveranstaltung “Kunst hält Hof” ging etwa so: Bis zur Hufeisenstraße, dann noch einige hundert Meter und Kurven. Kein Orientierungspunkt, keine weitere Richtung, nüscht. Einige hundert Meter über Kurven hinweg inmitten von ununterscheidbaren Wiesen und Feldern. Man hätte auch Hannover so ausweisen können. Ich bog einfach am Ende der Straße links ab und fand auf gut Glück eine Reihe abgestellter Autos. Das konnte in Damme an einem Freitagsommerabend wohl nichts anderes sein.

Sicherheitshalber fragten wir am Eingang einer Scheune, ob hier die Musik spiele. Man lachte, stempelte unsere Handgelenke und wir manövrierten uns über den Bauernhof zu einer Menschenansammlung, ja, wie soll ich sagen –

DSCF0010

Kennen Sie so Tatorte oder alte TKKG-Folgen, bei denen eine Gartenparty kunstaffiner Bildungsbürger eingebaut wird, und man das Gefühl hat, für passend viele Komparsen war wohl kein Geld da? Ich dachte ja, solche Partys seien reine Erfindungen für’s Fernsehen. So eine Party war das. Das dies ein großartiger Abend werden würde, stand schon jetzt fest.

Vor mir stand ein junger Mann mit Kameraumgehänge. Das musste die Lokalpresse sein. Ich fragte ihn geraderaus, ob er von der NOZ mir erklären könnte, wieso hier nicht so viel Publikum sei. Das war schon mal ein Tiefschlag. Er kam gar nicht von der NOZ. Er kam von der OV, der Oldenburger Volkzeitung, der Zeitung für’s Oldenburger Münsterland. Und erklären durfte dann ich ihm, wer Christian Steiffen ist, dass er OB-Kandidat in Osnabrück sei, dass zwei Filme mit seiner Musik im Herbst starteten, dass hinter uns ein Regisseur stünde, der gleich für ein Musikvideo mitfilmte.

Viel weiter kamen wir gar nicht, denn der Gastgeber schwang sich auf die Bühne, meinte, reden könne er gar nicht, und stellte dann die einzelnen Künstler und ihre Kunstform vor, und wo man hier auf dem Bauernhof ihre ausgestellten Werke finden könne. Gegen die Situationskomik des Ländlichen hat man, wenn man zuhört, dann auch keine Chance mehr:

Ja, die X macht dies und das und sie hängt dort in der hinteren alten Scheune an der Wand mit den Schweinen.

Spätestens jetzt hätte es mich nicht mehr verwundert, wenn Inga Lürsen um die Ecke genörgelt wäre. Stattdessen kam derjenige, auf den die meisten gewartet hatten, mit Barcadi-Cola ausgestattet auf die Bühne

DSCF0015

und hatte sein Publikum, das sich um die Bühne versammelt hatte, und nach direkter Ansprache auch die sitzengebliebenen Provinzkunstinteressierten, voll im Griff:

Christian Steiffen ist ein Geschenk für Osnabrück.

Für’s Umland natürlich auch. Die Schlagerparodie mit maffayschen Anklängen ist einerseits die gewählte und inzwischen schon fast gelebte Ausdrucksform des Künstlers Hardy Schwetter. Hinzu kommt allerdings auch die Persönlichkeit Schwetters, der ungemein charmant und diszipliniert auftritt, d.h. nie aus seiner Rolle fällt, und trotz der zur Schau gestellten Selbstverliebtheit der Figur Christian Steiffen nie verbirgt, wie ausnahmslos respektvoll und höflich er seine Umgebung behandelt.

Was ich damit meine, sieht man am besten in einem Video, das während des Kirchentages aufgezeichnet wurde: Darin trollt Schwetter als Elvis-Parodie durch die belebte Osnabrücker Innenstadt. Als ein kleiner Junge ihn anhält und wissbegierig fragt, wer denn Elvis überhaupt sei, geht Schwetter gleich auf Augenhöhe zum Jungen in die Knie, nimmt die große, bunte Brille ab und versucht ohne den Akzent der eigentlich gespielten Figur in einfachen Worten die Frage passend zu beantworten. Ein richtig großer Moment.

Eine Stunde lang verzaubert Christian Steiffen an diesem Abend die überraschten Kunstinteressenten und versorgt gleichzeitig die Bloßkonzertteilnehmer teils mit Partyspaß und Partybalsam, denn es finden sich auch eingefleischte Schlagerliebhaber am Bühnenrand. Christian Steiffen ist eben einer für alle. Oder um es mit seinen Worten zu sagen: Ich für Uns.

[ Christian Steiffen und das Original Haseland-Orchester, aktuelle Tour: "Ich komme!", auf der Veranstaltung "Kunst hält Hof", Damme, 9. August 2013, etwa 160 Zuschauer ]

How to: Einkaufen bei Saturn

Bislang habe ich ja noch jeden E-Book-Reader irgendwann verloren. Nun ist mir wieder mein zwei Jahre altes Schätzchen abhanden gekommen. Und da ich vor etwa zwei Wochen meiner Tante einen 39-Ocken-Reader geschenkt hatte, dachte ich, ich gehe mal wieder fix zu Saturn und schaue, ob das gute Ding da noch vorhanden ist.

Ich sehe also im Osnabrücker Saturn denselben Reader und gehe auf einen Mitarbeiter, der gelangweilt am Computer rumklickt, um zu fragen, ob das der Reader sei, der vor kurzem für 21€ weniger angeboten worden wäre. Der Reader damals sei ein Restposten gewesen, das Angebot sei vorbei, meinte der Preisansager, ohne den Blick vom Monitor abzuwenden. Ein Verkaufsgespräch wollte mir der zumindest nicht aufdrängen. Ich ging.

Daheim googlete ich mal nach den aktuellen Preisen. Billigster Preis: 39€, Saturn, plus Versandkosten. Aber auch vor Ort aushändigbar. Dann ohne Versandkosten.

Ich lasse mir den jetzt einfach mal in Osnabrück hinterlegen und frage den Preisansager von heute, ob er mir den aushändigen kann. So geht Einkaufen bei Saturn.

April 2014
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Mrz    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  
Seite 1 von 3012345...102030...Letzte »