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Guten Morgen

Morgenkaffee Der russischstämmige Schriftsteller Andrej Kurkow regt sich im Guardian darüber auf, dass er sich als Faschist bezeichnen lassen muss, nur weil er für die Freiheit seines Landes eintritt:

[My gradfather] died fighting against fascism and now I hear the word fascist used about me because I am against the occupation of my country by Putin’s army, because I am against the state of total corruption created by Yanukovich and his clan, because I want the country where I live to be guided by the rule of law.

Fefe des Tages: Das russische Außenministerium trollt, dass die USA die aktuelle Regierung der Ukraine nicht unterstützen dürfte, weil ein amerikanisches Gesetz aus dem Jahr 1961 eine derartige Unterstützung einer durch Putsch entstandenen Regierung verbiete.

Konstantin Wecker fordert Freiheit für Uli Hoeneß, weil er ihn nicht für schuldfähig hält.

Die De:Bug verabschiedet sich.

Bei 11Freunde fragt man sich, wie es bei Bayern München ohne Uli Hoeneß weitergeht.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat Uli Hoeneß das Herz von Bayern München nicht schon längst verkauft? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Kriegswunsch

Dieses emotional aufgebauschte Naivität als Politik verkaufen musste ja irgendwann einmal in so etwas enden:

Lesezeichen vom 11. März 2014

Lesezeichen von heute

Between two ferns with Zach Galifianakis: Barack Obama

Guten Morgen

Morgenkaffee

Der ehemalige ukrainische Ministerpräsident Janukowitsch möchte nach Kiew zurück und seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen.

Uli Hoeneß gibt an, 18,5 Mio. € Steuern nicht bezahlt zu haben, und das ist dann auch wohl nur die strafrelevante Zahl, wobei man dazu über 280 Mio. € zum Zocken haben muss. Und das war nur Hoeness’ drittes Standbein. Frank Lübberding möchte dazu Fragen stellen.

Erhard Eppler meint in der Süddeutschen, man solle sich nicht wundern, dass ein russischer Staatschef nicht tatenlos dabei zusieht, wie die Ukraine der Nato beitritt. Das Völkerrecht bedenkt auch er nicht.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum das Völkerrecht für so viele Politiker eigentlich an- und ausknipsbar? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Graeme Simsion – Das Rosie-Projekt

buchleserDieser Schinken wird jetzt schon als Weltbestseller gehandelt, was nichts über die Qualität aussagt: Autistisch veranlagter Autismus-Wissenschaftler geht per ausgeklügeltem Fragebogen auf Brautschau und verliebt sich in die Falsche, der er bei ihrer Vatersuche behilflich ist. Die Irritationen, die er als autistisch Veranlagter in Situationen hervorruft, wenn er sich politisch korrekt verhalten möchte, sind der Witz an dieser Geschichte – leider der einzige.

Wer sich die Geschichte doch vornehmen möchte, dem sei das von Robert Stadlober vorgelesene Hörbuch ans Herz gelegt.

Kawehi: Heart-shaped box (Nirvana cover)

Guten Morgen

Morgenkaffee

Will Sagen covert mit Bonus Wir retten Berlin! Für diese Berliner Schrabbelmusik ganz schön eingängig, sehr schön.

Der Schriftsteller Eugen Ruge wirbt um Verständnis für Russland – und verliert dabei Minderheitenschutz und das Völkerrecht aus den Augen.

Gestern schon wieder keinen Schweigertatort gesehen, weil mich so gar nichts dazu hinreißt. Was ich nicht verpasst habe, schreibt Matthias Dell nieder:

Warum soll man Filme mit Til Schweiger gucken, die versuchen, Bruce-Willis-Filme zu sein, wenn man auch Bruce-Willis-Filme gucken kann?

Felix Schwenzel verabschiedet seinen ehemals besten Freund.

Nix Genaues weiß man nicht: Michael Spreng meint, die Politik sei hilflos gegen Putin, derweil wähnt Ulrich Horn Putin in einer Sackgasse.

Und während ich mir die Frage stelle: Was will Putin auf seine alten Tage denn noch reißen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 8. März 2014

Lesezeichen von heute

Telefonat auf die Krim

Heute ist ein Telefonat mit dem Vater meiner Freundin auf der Krim zustande gekommen. Vor zwei Wochen war er noch optimistisch, dass sich die Tumulte auf der Krim bis zum Sommer legen, so dass wir ihn problemlos besuchen könnten.

Das Blatt hat sich gewendet. Inzwischen fürchtet er um seine Existenzgrundlage. Er und seine heutige Frau arbeiten für Unternehmen, die mit dem ukrainischen Staat in Verbindung stehen. Sie gehen davon aus, dass sie umgehend Ihre Anstellungen verlieren, sollte die Krim an Russland fallen. Russland würde sämtliche Aufgaben auf der Krim an russische Firmen vergeben.

Die Krim selbst, die vom Festland abhängig ist, würde um den wirtschaftlichen Fortschritt der letzten 20 Jahre gebracht werden. Eine trostlose Zukunft gerade für die jüngeren Bewohner der Krim, von denen es jetzt schon auf Grund der wirtschaftlichen Lage nicht allzu viele gibt.

Bild aus glücklicheren Zeiten: Vater meiner Freundin (2.v.l.), meiner einer (4.v.l.)

Bild aus glücklicheren Zeiten: Freundin meines Vaters (2.v.l.), meiner einer (4.v.l.) im August 2013

Und dennoch misstraut er den Umwälzungen in Kiew, zu viele Nationalisten seien dort am Werk. Woher kommt dieses tiefe Misstrauen? Einerseits wird Ukrainisch oftmals als Bauernsprache angesehen, die es mit dem Russisch eines Puschkins, eines Dostojewskijs nicht aufnehmen kann. Überhaupt wird nur an vier Schulen auf der ganzen Krim in ukrainisch unterrichtet. Zudem ist die russische und frühere sowjetische Propaganda ein ungemein gereiftes Mittel.

Wir erfahren am heutigen Mann der Mutter meiner Freundin, der früher in der Sowjetunion lebte und nun schon 25 Jahre in den Vereinigten Staaten lebt, dass diese Propaganda immer noch nachhallt. Er werde niemals etwas Schlechtes über die Sowjetunion sagen, er habe es damals gut gehabt. Kein Gedanke daran, wie es anderen erging. Kein Gedanke daran, dass es ihm so gut ging, weil sein Vater eine bedeutende Position innehatte. Da kann man ruhig einwenden, es war kein Rechtsstaat, dieser Einwand ist sinnlos: Die Rede von einem Rechtsstaat sagt ihm nichts. Ein Umzug von der Sowjetunion in die Vereinigten Staaten war für ihn in staatlicher Hinsicht lediglich ein Wechsel der Fahnen.

Die Krim ist nie in der Ukraine angekommen, hat sich immer als autonom betrachtet, man fühlt sich eher Russland als der Ukraine zugehörig. Derzeit fühlt man sich eh schon eingenommen mit den übermächtig wirkenden russischen Soldaten vor Ort, fühlt sich im Krieg, fühlt sich überrumpelt und ausgeliefert, sofern man nicht Freude über die scheinbare Zugehörigkeit zu Russland empfindet.

Wie es weitergeht, steht in den Sternen. Möglicherweise sieht meine Freundin ihren Vater für lange Zeit nicht wieder, möglicherweise ihre Großeltern nie. Möglicherweise wird sie monatlich knapsen, um ihren Vater vor Ort über die Runden kommen zu lassen.

Wir werden überlegen, falls Russland die Überhand behält, ob die Familie ihre Stiefschwester nach Deutschland kommen kann. Eine Zukunft, und das ist allen klar, werden ihre kleinen Kinder unter russischer Herrschaft auf der Krim nicht haben.

April 2014
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