Guten Morgen allerseits!

True facts about the tapir

Mein Groß­cou­sin bat mich, in sein Freun­de­buch zu schrei­ben. Natür­lich schrieb ich unter Lieb­lings­tier Tapir. Weil meine Freun­din Tapire bis­her nicht kannte, ver­wies ich sie auf Youtube:

Mehr aus der Serie von ZeFrank gibt’s hier.

Blamielen odel Kassielen

Okay, das ist echt groß, Jan Böh­mer­mann. Den Raab so bei sei­ner Eitel­keit auf­zu­hän­gen…

In vol­ler Länge hier zu sehen.

Inge Brück – Wiegenlied für ein Ungeborenes

Und jetzt alle:

The forwarding

Next ques­tion: Like what?

Kriegswunsch

Die­ses emo­tio­nal auf­ge­bauschte Nai­vi­tät als Poli­tik ver­kau­fen musste ja irgend­wann ein­mal in so etwas enden:

Graeme Simsion – Das Rosie-Projekt

buchleserDie­ser Schin­ken wird jetzt schon als Welt­best­sel­ler gehan­delt, was nichts über die Qua­li­tät aus­sagt: Autis­tisch ver­an­lag­ter Autismus-Wissenschaftler geht per aus­ge­klü­gel­tem Fra­ge­bo­gen auf Braut­schau und ver­liebt sich in die Fal­sche, der er bei ihrer Vater­su­che behilf­lich ist. Die Irri­ta­tio­nen, die er als autis­tisch Ver­an­lag­ter in Situa­tio­nen her­vor­ruft, wenn er sich poli­tisch kor­rekt ver­hal­ten möchte, sind der Witz an die­ser Geschichte – lei­der der ein­zige.

Wer sich die Geschichte doch vor­neh­men möchte, dem sei das von Robert Stad­lober vor­ge­le­sene Hör­buch ans Herz gelegt.

Kawehi: Heart-shaped box (Nirvana cover)

Telefonat auf die Krim

Heute ist ein Tele­fo­nat mit dem Vater mei­ner Freun­din auf der Krim zustande gekom­men. Vor zwei Wochen war er noch opti­mis­tisch, dass sich die Tumulte auf der Krim bis zum Som­mer legen, so dass wir ihn pro­blem­los besu­chen könn­ten.

Das Blatt hat sich gewen­det. Inzwi­schen fürch­tet er um seine Exis­tenz­grund­lage. Er und seine heu­tige Frau arbei­ten für Unter­neh­men, die mit dem ukrai­ni­schen Staat in Ver­bin­dung ste­hen. Sie gehen davon aus, dass sie umge­hend Ihre Anstel­lun­gen ver­lie­ren, sollte die Krim an Russ­land fal­len. Russ­land würde sämt­li­che Auf­ga­ben auf der Krim an rus­si­sche Fir­men ver­ge­ben.

Die Krim selbst, die vom Fest­land abhän­gig ist, würde um den wirt­schaft­li­chen Fort­schritt der letz­ten 20 Jahre gebracht wer­den. Eine trost­lose Zukunft gerade für die jün­ge­ren Bewoh­ner der Krim, von denen es jetzt schon auf Grund der wirt­schaft­li­chen Lage nicht allzu viele gibt.

Bild aus glücklicheren Zeiten: Vater meiner Freundin (2.v.l.), meiner einer (4.v.l.)

Bild aus glück­li­che­ren Zei­ten: Freun­din mei­nes Vaters (2.v.l.), mei­ner einer (4.v.l.) im August 2013

Und den­noch miss­traut er den Umwäl­zun­gen in Kiew, zu viele Natio­na­lis­ten seien dort am Werk. Woher kommt die­ses tiefe Miss­trauen? Einer­seits wird Ukrai­nisch oft­mals als Bau­ern­spra­che ange­se­hen, die es mit dem Rus­sisch eines Pusch­kins, eines Dos­t­o­jew­skijs nicht auf­neh­men kann. Über­haupt wird nur an vier Schu­len auf der gan­zen Krim in ukrai­nisch unter­rich­tet. Zudem ist die rus­si­sche und frü­here sowje­ti­sche Pro­pa­ganda ein unge­mein gereif­tes Mit­tel.

Wir erfah­ren am heu­ti­gen Mann der Mut­ter mei­ner Freun­din, der frü­her in der Sowjet­union lebte und nun schon 25 Jahre in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten lebt, dass diese Pro­pa­ganda immer noch nach­hallt. Er werde nie­mals etwas Schlech­tes über die Sowjet­union sagen, er habe es damals gut gehabt. Kein Gedanke daran, wie es ande­ren erging. Kein Gedanke daran, dass es ihm so gut ging, weil sein Vater eine bedeu­tende Posi­tion inne­hatte. Da kann man ruhig ein­wen­den, es war kein Rechts­staat, die­ser Ein­wand ist sinn­los: Die Rede von einem Rechts­staat sagt ihm nichts. Ein Umzug von der Sowjet­union in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten war für ihn in staat­li­cher Hin­sicht ledig­lich ein Wech­sel der Fah­nen.

Die Krim ist nie in der Ukraine ange­kom­men, hat sich immer als auto­nom betrach­tet, man fühlt sich eher Russ­land als der Ukraine zuge­hö­rig. Der­zeit fühlt man sich eh schon ein­ge­nom­men mit den über­mäch­tig wir­ken­den rus­si­schen Sol­da­ten vor Ort, fühlt sich im Krieg, fühlt sich über­rum­pelt und aus­ge­lie­fert, sofern man nicht Freude über die schein­bare Zuge­hö­rig­keit zu Russ­land emp­fin­det.

Wie es wei­ter­geht, steht in den Ster­nen. Mög­li­cher­weise sieht meine Freun­din ihren Vater für lange Zeit nicht wie­der, mög­li­cher­weise ihre Groß­el­tern nie. Mög­li­cher­weise wird sie monat­lich knap­sen, um ihren Vater vor Ort über die Run­den kom­men zu las­sen.

Wir wer­den über­le­gen, falls Russ­land die Über­hand behält, ob die Fami­lie ihre Stief­schwes­ter nach Deutsch­land kom­men kann. Eine Zukunft, und das ist allen klar, wer­den ihre klei­nen Kin­der unter rus­si­scher Herr­schaft auf der Krim nicht haben.

Die Krim und das Völkerrecht

Da ich mich in mei­ner Uni-Abschlussarbeit mit dem Völ­ker­recht nach Kant beschäf­tigt habe, kann ich ja mal kurz die Lage auf der Krim in die­ser Hin­sicht erläu­tern. In phi­lo­so­phi­scher Hin­sicht müsste grund­sätz­lich noch erklärt wer­den, wel­chen Stel­len­wert Begrün­dun­gen an sich haben, was eine Begrün­dung ist, wo und wie Begrün­dun­gen ver­an­kert wer­den usw. So weit gehe ich nicht zurück.

Das Völ­ker­recht [hierzu: Wiki­pe­dia] ist in phi­lo­so­phi­scher Hin­sicht – Kant ist mei­nes Erach­tens der ein­zige Phi­lo­soph, der das Völ­ker­recht begrün­det dar­legt – zunächst ein­mal ein aus dem Staats­recht not­wen­dig wer­den­des, aber unver­an­ker­tes Recht. Unver­an­kert, weil es keine Recht­spre­chungs­in­stanz für das Völ­ker­recht gibt. Hier­von geht Kant in Die Meta­phy­sik der Sit­ten aus. Das Völ­ker­recht ist zunächst schlicht das nach außen gewen­dete Staats­recht, ein Staat hat die Pflicht, die recht­li­che Ord­nung nach innen zu schüt­zen und ent­spre­chend nach außen. Laut Kant erwächst hier­aus das Recht zu krie­ge­ri­schen Hand­lun­gen, falls der eigene Staat ange­grif­fen, die eigene Rechts­ord­nung somit bedroht ist. Er muss laut Kant die not­wen­di­gen Mit­tel ergrei­fen dür­fen, d.i. Bür­ger als Sol­da­ten ein­set­zen, die er zur Erfül­lung sei­ner Pflicht braucht.

Ein Staat kann sich nach Kant durch einige Ereig­nisse bedroht füh­len: Mili­tä­ri­sche Auf­rüs­tung, Kriegs­er­klä­run­gen oder Belei­di­gun­gen. Letz­te­res ist sicher­lich ein sehr dis­ku­ta­bler Punkt, aller­dings wird er als Kriegs­grund mei­nes Wis­sens sel­tenst ange­führt.

Soweit die Theo­rie. Im aktu­el­len Kon­flikt um die Krim kann man fest­hal­ten: Russ­land ist nicht belei­digt wor­den, die Ukraine hat nicht mili­tä­risch auf­ge­rüs­tet, sie hat nie­man­dem den Krieg erklärt und ist auch sonst außen­po­li­tisch nicht andere Staa­ten ange­gan­gen. Russ­lands Vor­ge­hen ist ein ein­deu­ti­ger Ver­stoß gegen das Völ­ker­recht, indem man mit Sol­da­ten in ein ande­res Land ein­ge­drun­gen ist. So ein Ver­hal­ten kann man als Kriegs­er­klä­rung wer­ten.

Für Arbeitsplätze einfach mal ein Auge zudrücken

… wenn es um rus­si­sche Ver­stöße gegen das Völ­ker­recht geht:

Der Geschäfts­füh­rer des Ost-Ausschusses der Deut­schen Wirt­schaft, Rai­ner Lind­ner, warnte davor, wirt­schaft­li­che Sank­tio­nen gegen Russ­land zu ver­hän­gen: “Wir müs­sen auch die Fol­gen sehen, die darin beste­hen, dass womög­lich Gegens­ank­tio­nen erfol­gen könn­ten, etwa im Bereich der Roh­stoff­lie­fe­run­gen”, sagte er am Diens­tag in einem Inter­view der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters. “Wir spre­chen von etwa 200.000 Arbeits­plät­zen in Deutsch­land, die am Russland-Geschäft hän­gen.”

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