Gute Nacht da draußen, wo immer ihr auch seid.

The shower story

I guess that’s why girls need so much more time in the bathroom…

Was ich noch sagen wollte… zu Edathy und der Schuldfrage

Irgend­wie geht mir das Rum­ge­eiere der Medien zu aktu­el­len Affä­ren zuneh­mend auf den Zei­ger. Ges­tern sah ich die ZDF-Nachrichten und in der 19 Uhr Sen­dung und der nach­fol­gen­den Spe­zi­al­sen­dung hat man es nicht auf die Kette gekriegt, Ver­dachts­mo­mente, Unschulds­ver­mu­tung und Gerüchte aus­ein­an­der zu hal­ten.

Auch die FAZ gibt gerade die Mel­dung des SPIEGEL über ein Inter­view mit Eda­thy hält sich wei­ter­hin für unschul­dig wie­der, als ob das so etwas Unein­sich­ti­ges wäre – in recht­li­cher Hin­sicht gibt es ja der­zeit offen­bar über­haupt kei­nen Hin­weis einer Schuld.

Span­nend wird es bezüg­lich des Geheim­nis­ver­ra­tes: Zwar kann man Fried­rich wei­ter­hin vor­wer­fen, Geheim­nis­ver­rat began­gen zu haben, aber sofern Eda­thy nichts vor­zu­wer­fen ist, kann man wohl nie­man­dem die Ver­ei­te­lung der Straf­ver­fol­gung vor­wer­fen.

Einer­seits ist das Ver­hal­ten Eda­thys mora­lisch höchst dis­pu­ta­bel, aller­dings juris­tisch nicht straf­bar. Und auf die­ser Grund­lage dil­le­tan­tie­ren da Poli­ti­ker, Juris­ten und Jour­na­lis­ten um des­sen Kopf und Kra­gen. Unfass­bar.

Daniel Wichmann: Ella – Die abgestumpften Leiden des jungen W.

wichmannella Daniel Wich­mann hat ein auto­bio­gra­phisch anmu­ten­des Buch über einen Daniel Wich­mann geschrie­ben, der aus Ibben­bü­ren stammt und sein Leben in Ber­lin durch Anschaf­fung eines Hun­des ver­sucht zu ändern.

Jener Daniel Wich­mann lebt mit sei­ner Freun­din in der Bun­des­haupt­stadt und gerade scheint er defi­ni­tiv ins Erwach­se­nen­le­ben hin­ein­zu­schlid­dern: Seine Freun­din ist auf dem Weg in eine weg­wei­sende beruf­li­che Posi­tion, er schließt sein Stu­dium ab und gelangt an sei­nen ers­ten Job, und in der Bezie­hung bahnt sich an, dass klar wer­den soll, wohin die Reise geht. Aller­dings krie­selt es etwas, die Freun­din ver­misst am Ver­hal­ten ihres Freun­des etwas, er beschließt einen Hund zu kau­fen, um zu zei­gen, dass er bereit ist, für die Bezie­hung etwas zu ris­kie­ren – denn er lei­det unter einer Angst vor Hun­den. Da bricht das Unheil auf ihn ein: Seine Freun­din zieht es beruf­lich nach Ham­burg, sein Job nimmt ihm die Zeit, sich pas­send um den Hund zu küm­mern. Er nimmt unan­ge­mel­det einen trink­freu­di­gen und auch sonst chao­ti­schen Unter­mie­ter auf und ver­liert wegen Hund und Unter­mie­ter Job und Woh­nung. Für unse­ren Dandy ist dies aller­dings ein Schritt in die rich­tige Rich­tung, denn erfin­det ein miet­ba­res Haus in der Umge­bung Ber­lins, in das er samt Freun­din, die es in Ham­burg alleine nicht aus­hält, und Hund ein­zu­zie­hen gedenkt.

Die Span­nung des Buches speist sich natür­lich etwas aus der Frage, inwie­weit Wich­mann hier auto­bio­gra­phisch vor­geht und was erfun­den ist. Zumin­dest – und das ist die große Stärke des Buches – betreibt er keine Schön­fär­be­rei. Seine Haupt­fi­gur ist ein ziem­li­cher Kauz, fast apa­tisch im Umgang mit sei­ner Umwelt. In den eige­nen vier Wän­den fährt er schon mal aus der Haut, wäh­rend er außer­halb den Schwanz ein­zieht. Sei­ner Freun­din kauft er einen Hund, um die Bezie­hung zu ret­ten, was ein doch sehr selt­sa­mer Schritt ist, wie auch die Freun­din spä­ter anmerkt und in Trä­nen aus­bricht. Und ob das Vor­ha­ben so über­haupt gelingt, steht in den Ster­nen. Sein Unter­mie­ter ist im Gegen­satz zu sei­ner eige­nen Spie­ßig­keit ein Bon­vi­vant, mit dem der Buch-Daniel aber wenig anzu­fan­gen weiß. Den Leser lässt er gerade anfangs mit vie­len Ver­glei­chen, die uner­klärt in der Luft hän­gen blei­ben, und den Kapi­teln vor­an­ge­stell­ten Zier­zi­ta­ten alleine. Aber warum sollte es dem Leser auch anders erge­hen als den Per­so­nen im Buch?

Wich­mann ver­kauft seine Leser nicht für blöd, ris­kiert eini­ges mit einer so auto­bio­gra­phi­schen Geschichte und lie­fert ein durch­aus inter­es­san­tes Ibbenbüren-Bild. Über­haupt sollte Ibben­bü­ren öfter in der Lite­ra­tur auf­tau­chen, wenn man mich fragt. Also: Lesen Sie diese Geschichte!

Daniel Wich­mann – Ella: Ein Hund fürs Leben , ISBN: 3855357943, Erschei­nungs­ter­min: 20.02.2014

Buddypress als Blog übergreifendes Netzwerk

Tho­mas hat beim WP-Magazin vor eini­gen Jah­ren schon mal berech­tig­ter Weise kri­ti­siert, dass Bud­dy­press in sich ver­schlos­sen bleibt und die Mäg­lich­keit, sich zu ande­ren Blogs netz­werkar­tig zu vern­küp­fen nicht besteht:

Viel inter­es­san­ter wäre es, wenn man durch einige Plugins (was Bud­dy­Press ja ist, eine Plug­in­samm­lung) einen nor­ma­len Word­Press Blog zum Social Net­work aus­bauen kann! So könnte ich nach der Instal­la­tion von “Bud­dy­Press” nicht nur Den­nis hin­zu­fü­gen, son­dern auch alle ande­ren Word­Press Blogs die “Bud­dy­Press” als Plu­gin instal­liert haben. Jeder ein­zelne Blog­ger könnte mit sei­nem eige­nen Word­Press Blog sich in ein rie­si­ges Social Net­work inte­grie­ren – ohne sich noch­mal irgendwo anders und auf einem frem­den Web­Ser­ver zu regis­trie­ren. Sachen wie Micro­blog­ging wür­den sich sicher­lich auch mit inte­grie­ren oder sogar auto­nom von Twit­ter oder Iden­tica umset­zen las­sen.

Heute mor­gen fiel mir ein, dass es ja ein Plu­gin zur Inte­gra­tion von RSS-Feeds gibt. Damit könnte man ja immer­hin Nut­zer ande­rer Bud­dy­pres­ses in die eigene Time­line zie­hen. Aber ach, das Plu­gin ist nicht mehr up to date und funk­tio­niert nicht.

4530

Ich habe mir mein eige­nes, sozia­les Netz­werk gebas­telt: 4530, für mei­nen Hei­mat­stadt­be­reich, des­sen frü­here Post­leit­zahl das gewe­sen ist. Für anders­ver­or­tete Bekannte gibt es ent­spre­chend leute.tecklenblog.de bzw. leute.düsselblog.de.

Ich hatte ja, ehr­lich gesagt, erwar­tet, dass man sich unter den Bud­dy­pressen mit­ein­an­der ver­net­zen könnte, da das auch frü­her schon mal ange­dacht gewe­sen ist. Aller­dings ist das wohl bis heute nicht bewerk­stel­ligt wor­den. Sehr schade.

Dafür kos­ten Plugins ordent­lich Kohle, die eigene Ein­träge nach Face­book cross­pos­ten. Damit scheint man wohl gerade Schot­ter machen zu kön­nen. Sei’s drum, ich tummle mich nun dort, und weni­ger in kom­mer­zi­el­len Alter­na­ti­ven – genau das, was ich grund­sätz­lich 2014 vor­hatte.

You-gotta-see-Blindheit

Felix Schwen­zel redet gerade von einer You-gotta-see-Blindheit und meint damit wohl ein Tei­len von Inhal­ten, ohne selbst was dazu zu sagen, in der Mei­nung, andere müss­ten das auch unbe­dingt sehen. Ein sol­ches Ver­hal­ten ist auf Face­book sehr oft anzu­tref­fen und mit Sicher­heit habe ich selbst auch schon oft bei ande­ren die Reak­tion erzeugt

Wozu zur Hölle pos­tet er da schon wie­der sowas?

Nun ist diese Blind­heit – die­sen Begriff halte ich gar nicht für unpas­send – eben fahr­läs­sig: Zunächst merkt man nicht, dass man zuviel qua­li­ta­tiv Seich­tes pos­tet, müsste aber reflek­tie­ren, dass einem das bei Ande­ren stört und sein eige­nes Ver­hal­ten ent­spre­chend anpas­sen. (Des­we­gen habe ich unter­schied­li­che Blogs und unter­schied­li­che Feeds, von denen ich die wenigs­ten durch meine Pro­file bei Twit­ter oder Face­book sau­sen lasse.)

Das Pro­jekt Is it old? scheint ja lei­der nicht wei­ter ver­folgt zu wer­den, weil es Twit­ter basiert ist und mit der neuen API nicht funk­tio­niert, war aber ein sehr guter Anzei­ger dafür, ob irgend­ein Inter­net­fund das Tei­len wert ist. Das Phä­no­men scheint mir das­selbe zu sein, dass Jour­na­lis­ten gerade ange­krei­det wird, wenn bemän­gelt wird, dass in der Causa Lanz-Petition immer neue, aber inhalt­lich nichts Neues brin­gende Arti­kel ver­öf­fent­licht wer­den, weil das Klick­auf­merk­sam­keit bringt.

Wie bringt man es nun das eigene Mit­tei­lungs­be­dürf­nis und die aku­rate Emp­fän­ger­be­las­tung in Ein­klang? Unter­schied­li­che Kanäle, auf denen nicht alle­samt Das­selbe ver­brei­tet wird, sind sicher­lich eine Maß­nahme. Ein Blick auf die Emp­fän­ger und deren Inter­es­sen, das man viel­leicht am Feed­back mes­sen kann, wäre sicher­lich auch hilf­reich. Und schließ­lich kennt man ja auch seine Pap­pen­hei­mer eini­ger­ma­ßen.

Lauers Lüftchen

Ich habe diese aus Pira­ten­par­tei­rich­tung kom­mende Lanz-Petition nicht so recht ver­stan­den. Die Peti­tion, soweit ich ver­stan­den habe, rich­tet sich gegen die mas­sive Öffent­lich­keit, die die Contra-Lanz-Petition hat, ver­weist auf angeb­lich wich­ti­gere Dinge und meint, da das For­mat eine Show sei, sei nichts ande­res zu erwar­ten als Show, d.h. als so-tun-als-ob man es ernst meint.

Das glaube ich nicht. In den Talk-Shows fin­den Gesprä­che statt, auch mit Poli­ti­kern, und hier gibt es eine berech­tigte Erwar­tungs­hal­tung, dass man nicht rund­herum belo­gen wird.

Zudem schien mir auf den ers­ten Blick nahe­lie­gen­der, dass man selbst Öffent­lich­keit haben wollte:

Nun ja, bun­des­weit ist die Pira­ten­par­tei und auch Herr Lauer kaum noch in media­ler Behand­lung, sehr wohl noch in der Ber­li­ner Presse, aber da sit­zen sie ja auch im Abge­ord­ne­ten­haus. Eine andere Sicht­weise prä­sen­tie­ren da Mat­thias Dell:

“Der Ber­li­ner Pira­ten­po­li­ti­ker Chris­to­pher Lauer star­tete am Sams­tag im Netz eine Gegen-Petition mit dem Titel: ‘Mar­kus Lanz soll mal bitte seine Show so machen, wie er will, immer­hin ist er ja erwach­sen’, die bis Mon­tag­mit­tag ein paar hun­dert Per­so­nen unter­zeich­ne­ten. ‘Die Lanz-Debatte der ver­gan­ge­nen Tage ist doch etwas gro­tesk’, begrün­dete Lauer seine Initia­tive.’”
Dass ein Pira­ten­po­li­ti­ker so pseu­do­lo­cker medi­en­kon­ser­va­tiv argu­men­tiert, könnte man bei­nahe für eine Nach­richt hal­ten.

In der Tat – wenn die Pira­ten­par­tei bun­des­weit gerade noch in aller Munde wäre. Wobei ich es noch schlim­mer finde, medi­en­kon­ser­va­tiv bezeich­net zu wer­den als ten­den­ti­ell popu­lis­tisch.

Ca$h

Vor­ges­tern wurde Ca$h von TVSpiel­film als Tages­tipp aus­er­ko­ren. Dum­mer Weise schaffte es ZDF­neo dann nicht, den Film auch zu sen­den, son­dern sen­dete irgend­was schon dut­zend­fach Gelau­fe­nes. Nun sen­det man ihn am 31. Januar, ohne dass er in den Fern­seh­zeit­schrif­ten ange­kün­digt wäre, statt dem wenig inter­es­san­ten Cock­tail mit Tom Cruise.

Ca$h ist ein Heist-Movie, belehrt mich Wiki­pe­dia, d.h. ein Film, in dem die Pla­nung und Durch­füh­rung einer Gau­ne­rei im Zen­trum der Hand­lung steht. Und wie bei Oceans Ele­ven und so ist das auch der inter­es­sante Teil, wäh­rend der Schluss unge­mein abfällt.

Bei Ca$h ist es halt so, SPOILERALARM dass die Gau­ner die zuvor ein­be­zo­gene Poli­zis­tin mit einem lee­ren Kof­fer, in dem sie Dia­man­ten glaubt, ver­folgt von ande­ren Gau­nern, die den Kof­fer haben wol­len, ent­wi­schen las­sen. Blöd ist nur: Wenn die ande­ren Gau­ner die Poli­zis­tin ein­fan­gen, sehen sie ja, dass der Kof­fer leer ist, und gehen auf Jagd nach den Haupt­gau­nern. Das ist ein etwas selt­sa­mer Schluss, gemes­sen an der Rafi­nesse, die die Haupt­gau­ner zunächst an den Tag legen.

Aber egal, der Film hat sehr gut unter­hal­ten und ist emp­feh­lens­wert.

Wozu der Lanz noch taugt…

… um sich als Eng­län­der zu freuen, dass das eigene Fern­seh­pro­gramm bes­ser ist:

Ich hab’ wohl nichts ver­passt.

mdbl0g

Da lese ich doch ges­tern Der Trend geht zum Zweit­blog von Kon­stan­tin Klein und habe noch im Ohr, dass ein Zweit­blog ja inso­fern blöd ist, als dass man seine Infor­ma­tio­nen nicht ver­dop­peln könnte und inso­fern ein wei­te­rer Blog so eine Sache sei, gerade für Leute wie mich, die ja schon auf vier Blogs Zeugs raus­hauen – DA gelange ich über ronsens.net auf das Blog­sys­tem mdbl0g.

Und das sah schon so ziem­lich genau so aus, wie ich mir ein klei­nes Blog so vor­stelle. Nicht ganz, aber es kam mei­nen Wunsch­vor­stel­lun­gen schon ver­dammt, ver­dammt nahe.

Also schwupps instal­liert, und es hapert etwas bei mei­nem Hos­ter, was ich von dem aller­dings schon gewöhnt bin, und rum­pro­biert. Gefiel mir alles so sehr, dass ich auf der Basis­ebene mei­ner Nur-ich-mein-Blog-Seite diese Soft­ware instal­liert habe. Und damit bin ich wohl einer unter 10 Anwen­dern, die dazu gehö­ren, was die Sache natür­lich noch coo­ler macht.

Kom­men wir also zu der Frage Wozu zum Geier denn noch ein Blog? Tja, so bedeu­tungs­schwan­ger die Frage auch sein mag, sie lässt sich beant­wor­ten. Ich habe ein Blog für per­sön­li­che Geschich­ten, Foto­knip­ser und gele­sene Bücher, eins für aktuell-öffentlich Rele­van­tes, ein Lokal­blog, dass ich nicht alleine befüt­tere, und nun eben das neue, das ich als Shout­box ver­wende, d.h. für the­ma­tisch unrunde Gedan­ken, die ange­dacht, aber nicht in die­sem Blog wei­ter ver­folgt wer­den.

Wer sich beschwert, Twit­ter oder Face­book zu viel Zeugs zu über­las­sen, der über­lege sich doch der­art ein­fach ein­mal, sein Zeugs selbst irgendwo raus­zu­hauen, so klein und unsau­ber for­mu­liert es auch sei. Mir macht das gerade aus­ge­spro­chen viel Spaß und es kommt dem ursprüng­li­chen Blog­gen sehr nahe. Nur das frü­her mehr ver­linkt wurde unter­ein­an­der, aber da hat­ten wir auch noch mehr Lametta.

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