Seit ein paar Wochen leite ich ja meine Spatziergänge an öffentlichen Bücherschränken vorbei und hinterlasse wie heute wirklich Lesenswertes und sowas, was verständnisvollere Hände erreichen könnte, in diesen Glaskästen. In Kanada geht das ganze auch über einen Automaten, der gegen 2€ ein gebrauchtes Buch springen lässt:
[via]
Ja, gleiches Prinzip irgendwie, gebrauchte Bücher als Überraschungseffekt, dennoch gefallen mir die öffentlichen Bücherschränke eben doch besser, weil man viel leichter an einem nicht ganz so gewöhnlichen Ort mit anderen Menschen in Gespräche über Bücher kommt.
Estragon.Fondor.Kardamom.Ist das jetzt eine Küche oder bin ich hier in Mittelerde?
— Lieber nicht (@vassility) 1. Dezember 2012
Ein Ehepaar in Großbritannien hatte Sex. Das sollte für einen ARD-Brennpunkt reichen
— bee (@zynaesthesie) 3. Dezember 2012
Kaum ist kreuznet down, fängt der Papst an zu twittern.
— Nina Galla (@neina_hh) 3. Dezember 2012
Ich habe große Angst, dass das Tagebuch der Anne Frank mit Kristen Stewart verfilmt wird und ich am Ende froh bin, wenn sie abgeholt wird.
— Roman Held (@hoch21) 4. Dezember 2012
Gestolpert. Umgehend von einem Waldorf-Schüler auf meinen komischen Namen angesprochen worden.
— Rita Kasino (@RitaKasino) 9. Dezember 2012
“Youporn-Chef in Belgien festgenommen” – Wo sonst.
— Darth Lehrer (@Darth_Lehrer) 10. Dezember 2012
“Mein Gott, ist Annie Lennox aber hässlich gealtert!”"Das ist Scooter.”
— the maki (@the_maki) 14. Dezember 2012
Tee. Das Clausthaler unter den Kaffees.
— Mona Ellysa Teration (@ellyteration) 19. Dezember 2012
Geil. Ich hab so ein Dings bekommen. Das kann man ganz hinten in den Schrank tun.
— Trinity (@oOtrinityOo) 24. Dezember 2012
Wusstest du, dass das das Gehirn überflüssige Sachen ausblendet, sowie das zweite ‘das’ im ersten Satz?
— Die Wissensbox (@Wissensbox) 30. Dezember 2012
Kommen wir mal zu den Altlasten des vergangenen Jahres: Bermerkenswert ist, das Denis Scheck, dessen Literaturtipps ich noch nie befolgt habe, bis auf Joanne K- Rowling die gesamte SPIEGEL-Bestsellerliste verreißt. Und Rowling werde ich auch nicht lesen.
Da hat die öffentlich.rechtliche Gehirnwäsche aber gut funktioniert: WDR-Chefredakteur Jörg Schöneborn nennt die Rundfunktgebühr (“GEZ”) eine “Demokratie-Abgabe. Das ist auch so zíemlich der mieseste Neusprech, den ich mir für diese Steuer vorstellen kann.
Zum Gruseln: Die Neujahrsansprache an die bayrische Piratenpartei.
Und während ich mir die Frage stelle: Wie kam es eigentlich dazu, dass die Öffis, die für öffentliche Kritik da sein sollen, sich selbst aller Kritik entledigt sehen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
Marc Fischer nahm sich 2011 das Leben. Zudem verlor er sich in seiner selbst so genannten “Fischerwelt”, dass jede nähere Befassung mit ihm und diesem Buch nicht unbedingt zu guter Laune führt. Dem Leser bleibt bei all den in diesem Buch versammelten Reportagen Fischers die Frage, was schief gelaufen ist. Und die Frage, warum einen diese Frage umtreiben sollte. Ich vermag weder die eine, noch die andere gut zu beantworten. Der Popjournalismus, den er hier vertritt, hat durchaus Ansätze von Haltung (wie im bestechenden Text über Katja Riemann), aber eine zufriedenstellende Aussage finde ich nirgends.
Peter Lau schreibt:
T. glaubt ebenfalls, dass Berlin Fischer nicht gutgetan hat. „Wer zieht denn hier hin? Die Männer, die sich um ihre Frauen und ihre Kinder kümmern, die bleiben in Solingen oder in Nürnberg. Nach Berlin gehen die, die etwas erleben wollen und sich für großartig halten. Und das sind dann die Leute, die in den Medien unser Bild von der Welt prägen. Marc hatte oft Freun dinnen mit Kindern, er mochte Kinder. Aber er hielt sich trotzdem alles offen. Er hatte, glaube ich, dieses Gefühl: Wenn ich mal groß bin, habe ich auch Kinder. Als er merkte, dass er schon groß war, war das für ihn ein Schock. Marc war letztlich ein sehr einsamer Mensch. Und er ist gestorben, weil keiner auf ihn aufgepasst hat. Das kann auch kein Arzt. Das müssen Freunde machen, dafür sind Freunde da.“
Ich weiß nicht, was man außerhalb der Berlin-Blase mit Fischers Erbe anfangen kann.
mehr
Cornelius Wüllenkemper: Zwischen Weltbeobachtung und Projektion
Peter Lau: Woran starb Marc Fischer? in: brand eins. Heft 2/2012, S. 152–162 (Versuch einer journalistischen Würdigung und Erklärung Fischers)

- Red Bull: Ich war eine Dose | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
- Great photorealistic painting | kottke.org
- wenn jemand seine menschenverachtung mit facebookkritik mischt – wirres.net was ich auch gar nicht an falk lükes beitrag mag, ist seine susanne-gaschke-mässige verachtung von beiläufiger, trivialer kommunikation.
- 2013: Das Web zurückerobern « Spreeblick “Ich werde jedoch verstärkt darauf achten, dass die Inhalte, die mir am Herzen liegen, in erster Linie auf Spreeblick passieren. ” Soso.
- Wahlkampf für bessere Kanzler-Besoldung | Post von Horn Bei der Bundestagswahl 2009 landete die SPD bei mickrigen 23 Prozent. Der SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück will offenbar nachweisen, dass es noch Luft nach unten gibt. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um bei der Wahl 2013 zu scheitern. Er schreckt nicht einmal davor zurück, aus seiner Bewerbung für das Kanzleramt eine Lachnummer zu machen.
- Another great Bill Murray story Kelly Lynch: “speaking of Bill Murray, every time Road House is on and he or one of his idiot brothers are watching TV — and they’re always watching TV — one of them calls my husband and says [In a reasonable approximation of Carl Spackler], “Kelly’s having sex with Patrick Swayze right now. They’re doing it. He’s throwing her against the rocks.” [Away from the receiver.] What? Oh, my God. Mitch was just walking out the door to the set, and he said that Bill once called him from Russia.”
Das Jahr fängt ja gut an. da wird der Neujahrstatort damit beworben, dass Hauptakteurin Jeanette Hain die Klamotten fallen lässt und einige schauen da aber mal ganz genau hin:
Das ist jetzt schon der zweite Film diese Woche in dem Frau wieder Haar trägt.#Tatort
— Karin (@karin1210) Januar 1, 2013
Das Jahr neigt sich deutlich dem Ende entgegen und ich darf von hier aus allen Lesern dieser Seite einen guten Rutsch wünschen. Ich danke für die Aufmerksamkeit, die diesen Texten, Bildern und Videos zu Teil wurde, hoffe, alle bleiben uns und mir gewogen und wir lesen uns weiter über die Kleinigkeiten des Alltags, die weiterhin aufgeschnappt werden.