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Warnung eines Konservativen

Ich weiß ja nicht, ob Ihnen das schon ein­mal auf­ge­fal­len ist, aber der Chef­re­dak­teur der West­fä­li­schen Nach­rich­ten, Nor­bert Tie­mann, ist so ein win­zig­we­nig Anhän­ger des Kon­ser­va­ti­ven und Freund der CDU.

Heute kann man in sei­nem – online nicht erschie­ne­nen – Kom­men­tar Der Nächste bitte!(?), der sich mit den Pla­gi­ats­vor­wür­fen gegen die Dok­tor­ar­beit des Bun­des­tags­prä­si­den­ten Nor­bert Lam­mert beschäf­tigt, Fol­gen­des lesen:

Doch Vor­sicht mit vor­ei­li­ger Empö­rung. Wäh­rend Strah­le­mann zu Gut­ten­berg ange­sichts öffent­li­cher Lüge und vor­sätz­li­cher Abschrei­be­rei mit viel Scha­den­freude aus dem Amt beglei­tet wurde, ist der Fall Scha­van bereits in ande­rem Licht zu sehen: Die Prü­fung der Vor­würfe läuft noch.

Bitte was läuft noch, Herr Tie­mann? Zu lange ein Nicker­chen gemacht, wie? Das Prü­fungs­ver­fah­ren der Vor­würfe fand im Februar die­sen Jah­res ein Ende, indem der zustän­dige Fakul­täts­rat Scha­vans Dok­tor­ar­beit mit 13 Ja-Stimmen bei 2 Ent­hal­tun­gen als Pla­giat inkl. vor­sätz­li­cher Täu­schung, was Tie­mann “vor­sätz­li­che Abschrei­be­rei” nennt, dekla­riert. Scha­vans Klage am Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf kann sich auf das Ver­fah­ren an sich, jedoch nicht auf die inhalt­li­che Bewer­tung der Vor­würfe gegen die Dok­tor­ar­beit Scha­vans aus­wir­ken. Und so ent­hüllt Tie­mann in einem beleh­rend gemein­ten Satz, dass er den Sach­ver­halt nicht ganz ver­stan­den hat. Gro­ßes Kino. Man sollte sich viel­leicht nicht ganz so unkri­tisch die Ver­tei­di­gung der Kon­ser­va­ti­vi­tät auf die Fah­nen schrei­ben.

Und auch bei Lam­mert bleibt abzu­war­ten, ob vor­sätz­lich getäuscht oder womög­lich “nur” fahr­läs­sig oder schlam­pig gear­bei­tet wor­den ist – und in wel­chem Umfang.

schreibt Tie­mann wei­ter. Als ob man einem Dok­tor­gra­den­zug dadurch ent­ge­hen könne, dass man nur fahr­läs­sig oder schlam­pig gear­bei­tet hat. Und wäh­rend Herr Tie­mann noch auf das Ergeb­nis der Prü­fung der Dok­tor­ar­beit Scha­vans war­tet, kann jeder andere, der daran inter­es­siert ist, ohne Abzu­war­ten die Vor­würfe gegen Lam­merts Dok­tor­ar­beit – unter der Vor­raus­set­zung, das Lam­mert und Sekun­där­quel­len sei­tens des Kri­ti­kers rich­tig ange­ge­ben sind – sel­ber prü­fen. Lam­mert wird vor­sätz­li­ches Pla­giat durch Über­nahme frem­der geis­ti­ger Leis­tung, die sich u.a. durch Über­nahme von sach­li­chen Feh­lern oder eigen­tüm­lich ins Deut­sche über­setz­ter Begriffe kennt­lich macht, vor­ge­wor­fen.

Lesezeichen vom 31. Juli 2013

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Lesezeichen vom 30. Juli 2013

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  • - taz.de – Die Viel­falt, mit der "Bild" und "BZ" Ber­lin berei­chern, ist etwa so wert­voll wie die Viel­falt an Hun­de­ka­cke auf der Straße
  • Wo die Lokal­zei­tung gar nicht mehr ster­ben kann « Ste­fan Nig­ge­meier – In Ber­lin wur­den 2010 pro 100 Ein­woh­ner 26 Zei­tun­gen ver­kauft. Zwei Jahre spä­ter waren es noch 23,3. Wenn es eine Hoff­nung für lokale Tages­zei­tun­gen gibt — hier lebt sie nicht.
Porn sex vs. Real sex

Lesezeichen vom 29. Juli 2013

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Was ist ein Überwachungsstaat?

Jörg Hartmann/ Jürgen Kehrer – Wilsberg: In alter Freundschaft

wilsbergfreundschaft Den zwei­ten Wilsberg-Krimi gibt es seit letz­tem Jahr auch als Comic-Version (die gibt es auch online), illus­triert durch Zeich­nun­gen von Jörg Hart­mann. Damit trifft man neben den zwei Fern­se­her­mitt­lern nun auf die dritte bild­li­che Ver­kör­pe­rung des Georg Wils­berg. Würde mich ja wun­dern, wenn der es nicht noch in Müns­ter auf die Bühne schafft.

Hart­mann gelin­gen sehr schöne Zeich­nun­gen Müns­ters und Ams­ter­dams, das hat mir sehr gut gefal­len. Der Fall ist ähn­lich span­nungs­reich oder span­nungs­arm wie der erste, hat einen ähn­li­chen Ver­lauf, was aber als Comic durch­aus unter­halt­sam funk­tio­niert. Die Ver­fil­mung war­tet mit der bezau­bern­den Bar­bara Rud­nik auf, einem gut auf­ge­leg­ten Thors­ten Nin­del, Tho­mas Schü­cke und einer glän­zen­den Rita Rus­sek.

Worum geht’s? Wils­berg muss die Ver­stri­ckun­gen, in die seine alte, immer noch ver­ehrte Jugend­liebe sich ver­fing und letz­ten Endes daran zu Grunde ging, ent­wir­ren. Dabei kriegt er wahl­weise derbe eins auf’s Maul (Buch/Comic) oder mit der Poli­zei zu tun (Film).

Lesezeichen vom 26. Juli 2013

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  • SPRENGSATZ _Das Politik-Blog aus Ber­lin» Blog Archive » Im Namen Axel Sprin­gers – Ex-BamS-Chef Michael Spreng wikrt etwas ange­fres­sen vom Zeitungs- und Zeit­schrif­ten­ab­stoß des Axel-Springer-Konzerns: "Das kann man im Rah­men der Markt­wirt­schaft alles machen, aber warum immer noch im Namen des lei­den­schaft­li­chen Ver­le­gers Axel Sprin­ger? Kon­se­quent wäre es, auch den Namen abzu­le­gen wie einen aus­ge­latsch­ten Schuh. Die 920 Mil­lio­nen Ver­kaufs­er­lös müss­ten doch für eine Betei­li­gung an Zalando rei­chen."
  • Ein Funke springt über | weblogs.evangelisch.de – René Mar­tens inter­pre­tiert den Astoß der Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten sei­tens Axel Sprin­ger: "Lei­der macht es uns das Kar­tell­recht unmög­lich, ande­ren Ver­lage Zei­tun­gen abzu­kau­fen und dann syn­er­gie­ef­fekt­voll deren Mit­ar­bei­ter raus­zu­schmei­ßen, des­halb ver­kau­fen wir Zei­tun­gen an andere Ver­lage, damit die unsere bis­he­ri­gen Mit­ar­bei­ter syn­er­gie­ef­fekt­voll raus­schmei­ßen und damit uns alle von unse­ren ernst­haf­ten Sor­gen befreien."
  • Und ein unge­kann­tes Gefühl. – Was ich mich fra­gen möchte, das frage ich nicht. Was ich erin­nern möchte, das erin­nere ich. Was ich gelernt habe mit die­ser Schü­le­rin, das bleibt. So wie die guten Momente, die sie mich hat wis­sen las­sen.
Jürgen Kehrer – Und die Toten lässt man ruhen

wilsberg1996

23 Jahre nach dem Erschei­nen des Buches und 18 Jahre nach der Ver­fil­mung war es mal an der Zeit, den ers­ten Wils­berg unter die Lupe zu neh­men – wenn man schon ein­mal dabei ist, Münsterland-Krimis zu lesen.

Ein psy­chisch ange­schla­ge­ner Mann aus Nord­walde beauf­tragt den Münz- und Brief­mar­ken­händ­ler Georg Wils­berg, der zusätz­lich als Detek­tiv arbe­tet, den ver­meint­li­chen Selbst­mord sei­nes Bru­ders vor 11 bzw. 16 Jah­ren zu unter­su­chen. Wils­berg kommt einem Kor­rup­ti­ons­skan­dal auf die Spur und löst das Geheim­nis um den fin­gier­ten Selbst­mord.

Im Buch wird die Geschichte ab und an mit etwas Lokal­ko­lo­rit deko­riert, die Auf­lö­sung kommt schließ­lich aber etwas aus hei­te­rem Him­mel. Zum Mitra­ten oder -fie­bern ist das nichts.

Der Film hat außer einer Ver­fol­gungs­jagd durch die Innen­stadt und ein paar älte­ren Häu­sern wenig Lokal­ko­lo­rit zu bie­ten, dafür spie­len die groß­ar­tige Hans-Martin Stier, Ste­fan Wim­mer und Hein­rich Schaf­meis­ter mit, letz­te­rer der ein­zige, der in fol­gen­den Wilsberg-Filmen wie­der­zu­se­hen ist. Joa­chim Król spielt eigent­lich so wie immer. Der Auf­trag­ge­ber und seine Nichte wer­den als psy­chisch ange­schla­ge­ner dar­ge­stellt als im Buch, was etwas über­zo­gen wird. Der böse Kom­mis­sar wird auch etwas anders dar­ge­stellt. Ansons­ten ent­spricht der Film in vie­len Din­gen der Vor­lage.

Alles in allem: Harm­lose Unter­hal­tung, die man schnell ver­gisst.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Ste­fan Schultz, Vanessa Stein­metz und Chris­tian Teevs sehen im Aus­ver­kauf der Prints­parte beim Axel-Springer-Verlag irgend­et­was zwi­schen Abschied vom Jour­na­lis­mus bei Sprin­ger und Unter­gang des jour­na­lis­ti­schen Abend­lan­des. Höhe­punkt ist wohl, dass sich Springer-Verlagsmanager Wiele hin­stellt und meint, man habe die abge­sto­ße­nen Blät­ter in ein gutes neues Zuhause abge­ge­ben. Die auf­neh­mende Funke-Mediengruppe hatte erst vor kur­zem die West­fa­len­post aus­ge­höhlt und sitzt nun laut Michael Kon­ken, dem Vor­sit­zen­den des Deut­schen Jour­na­lis­ten­ver­ban­des, auf 1,5 Mrd. € Schul­den. Im Gegen­zug, so Vor­stands­chef Döpf­ner, wolle man nun bei der “Blöd­zei­tung” und bei “Die Welt” in Jour­na­lis­mus inves­tie­ren. Ja, genau.

Evgeny Moro­zov freut sich in der FAZ dar­über, dass die Euro­päer aus ihrer ver­schla­fe­nen Amerika-Gläubigkeit auf­ge­wacht sind. Das Ver­ständ­nis des Inter­nets sieht er als in den Grund­fes­ten erschüt­tert.

Die zustän­dige Staats­an­walt­schaft möchte in Whist­leb­lo­wer Brad­ley Man­ning kei­nen Whist­leb­lo­wer sehen, son­dern einen Ver­rä­ter. Nutz­lo­ser Ver­such. Er wird wohl Mär­ty­rer wer­den.

Und wäh­rend ich mir die Frage stelle: Hat sich Sprin­ger nicht schon vor Jah­ren vom Jour­na­lis­mus ver­ab­schie­det? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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