Linktipp: sofaschmöker.de.
Guten Morgen

Morgenkaffee

Jens Scholz hat heute morgen schon wunderschön musiziert.

Fefe hält den Gerüchten um die Kinderpornoaffäre von Sebastian Edathy Gerüchte entgegen, die die Staatsanwaltschaft in schlechtes Licht stellen würden.

Stefan Niggemeier wundert sich über Josef Joffes Kritik an der Kritik aus dem Netz. Man muss aber Joffe weder lesen noch verstehen.

Und während ich mir die Frage stelle: Haben die etwa die Feuilletonecke beim Perlentaucher eingestellt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Daniel Wichmann: Ella – Die abgestumpften Leiden des jungen W.

wichmannella Daniel Wichmann hat ein autobiographisch anmutendes Buch über einen Daniel Wichmann geschrieben, der aus Ibbenbüren stammt und sein Leben in Berlin durch Anschaffung eines Hundes versucht zu ändern.

Jener Daniel Wichmann lebt mit seiner Freundin in der Bundeshauptstadt und gerade scheint er definitiv ins Erwachsenenleben hineinzuschliddern: Seine Freundin ist auf dem Weg in eine wegweisende berufliche Position, er schließt sein Studium ab und gelangt an seinen ersten Job, und in der Beziehung bahnt sich an, dass klar werden soll, wohin die Reise geht. Allerdings krieselt es etwas, die Freundin vermisst am Verhalten ihres Freundes etwas, er beschließt einen Hund zu kaufen, um zu zeigen, dass er bereit ist, für die Beziehung etwas zu riskieren – denn er leidet unter einer Angst vor Hunden. Da bricht das Unheil auf ihn ein: Seine Freundin zieht es beruflich nach Hamburg, sein Job nimmt ihm die Zeit, sich passend um den Hund zu kümmern. Er nimmt unangemeldet einen trinkfreudigen und auch sonst chaotischen Untermieter auf und verliert wegen Hund und Untermieter Job und Wohnung. Für unseren Dandy ist dies allerdings ein Schritt in die richtige Richtung, denn erfindet ein mietbares Haus in der Umgebung Berlins, in das er samt Freundin, die es in Hamburg alleine nicht aushält, und Hund einzuziehen gedenkt.

Die Spannung des Buches speist sich natürlich etwas aus der Frage, inwieweit Wichmann hier autobiographisch vorgeht und was erfunden ist. Zumindest – und das ist die große Stärke des Buches – betreibt er keine Schönfärberei. Seine Hauptfigur ist ein ziemlicher Kauz, fast apatisch im Umgang mit seiner Umwelt. In den eigenen vier Wänden fährt er schon mal aus der Haut, während er außerhalb den Schwanz einzieht. Seiner Freundin kauft er einen Hund, um die Beziehung zu retten, was ein doch sehr seltsamer Schritt ist, wie auch die Freundin später anmerkt und in Tränen ausbricht. Und ob das Vorhaben so überhaupt gelingt, steht in den Sternen. Sein Untermieter ist im Gegensatz zu seiner eigenen Spießigkeit ein Bonvivant, mit dem der Buch-Daniel aber wenig anzufangen weiß. Den Leser lässt er gerade anfangs mit vielen Vergleichen, die unerklärt in der Luft hängen bleiben, und den Kapiteln vorangestellten Zierzitaten alleine. Aber warum sollte es dem Leser auch anders ergehen als den Personen im Buch?

Wichmann verkauft seine Leser nicht für blöd, riskiert einiges mit einer so autobiographischen Geschichte und liefert ein durchaus interessantes Ibbenbüren-Bild. Überhaupt sollte Ibbenbüren öfter in der Literatur auftauchen, wenn man mich fragt. Also: Lesen Sie diese Geschichte!

Daniel Wichmann – Ella: Ein Hund fürs Leben , ISBN: 3855357943, Erscheinungstermin: 20.02.2014

Guten Morgen

Morgenkaffee

Sehr lustig, was Stefan Niggemeier da aufgefallen ist: Die Süddeutsche Zeitung schreibt über eine Rüge des ZDF-Publikumsrates bezüglich Markus Lanz. Nur: Es gibt gar keinen ZDF-Publikumsrat. Das erinnert ein wenig an den Preis der beleidigten Zuschauer.

Der SPD-Politiker und ehemalige Vorsitzende des NSU-Untersuchungsauschusses Edathy steht unter dem Verdacht des Besitzes von Kinderpornographie.

Felix Magath weiß, worum es beim HSV jetzt geht: Den Kassenerhalt.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist diese bodenlose Fernsehbesabbelung mal der Tod der etablierten Presse? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 8. Februar 2014
Lesezeichen von heute
Ich hab mir 3 Bier geholt

Dafür hätte er sich dann die Pillen verkneifen sollen:

Buddypress als Blog übergreifendes Netzwerk

Thomas hat beim WP-Magazin vor einigen Jahren schon mal berechtigter Weise kritisiert, dass Buddypress in sich verschlossen bleibt und die Mäglichkeit, sich zu anderen Blogs netzwerkartig zu vernküpfen nicht besteht:

Viel interessanter wäre es, wenn man durch einige Plugins (was BuddyPress ja ist, eine Pluginsammlung) einen normalen WordPress Blog zum Social Network ausbauen kann! So könnte ich nach der Installation von “BuddyPress” nicht nur Dennis hinzufügen, sondern auch alle anderen WordPress Blogs die “BuddyPress” als Plugin installiert haben. Jeder einzelne Blogger könnte mit seinem eigenen WordPress Blog sich in ein riesiges Social Network integrieren – ohne sich nochmal irgendwo anders und auf einem fremden WebServer zu registrieren. Sachen wie Microblogging würden sich sicherlich auch mit integrieren oder sogar autonom von Twitter oder Identica umsetzen lassen.

Heute morgen fiel mir ein, dass es ja ein Plugin zur Integration von RSS-Feeds gibt. Damit könnte man ja immerhin Nutzer anderer Buddypresses in die eigene Timeline ziehen. Aber ach, das Plugin ist nicht mehr up to date und funktioniert nicht.

Lesezeichen vom 7. Februar 2014
4530

Ich habe mir mein eigenes, soziales Netzwerk gebastelt: 4530, für meinen Heimatstadtbereich, dessen frühere Postleitzahl das gewesen ist. Für andersverortete Bekannte gibt es entsprechend leute.tecklenblog.de bzw. leute.düsselblog.de.

Ich hatte ja, ehrlich gesagt, erwartet, dass man sich unter den Buddypressen miteinander vernetzen könnte, da das auch früher schon mal angedacht gewesen ist. Allerdings ist das wohl bis heute nicht bewerkstelligt worden. Sehr schade.

Dafür kosten Plugins ordentlich Kohle, die eigene Einträge nach Facebook crossposten. Damit scheint man wohl gerade Schotter machen zu können. Sei’s drum, ich tummle mich nun dort, und weniger in kommerziellen Alternativen – genau das, was ich grundsätzlich 2014 vorhatte.

Lesezeichen vom 4. Februar 2014
Lesezeichen von heute
30 Jahre RTL

Ich habe mir die lange Fernsehkritik.tv-Folge mit Hans Meiser und dann auch noch das Interview von Helmut Thoma im ARD-Morgenmagazin angesehen und unterm Strich war ich etwas enttäuscht, wie wenig die da auf die Haltung der aktuellen RTL-Führung eingedroschen haben. Beide waren ja in der Jubiläumssendung nicht in persona vertreten. Geert Müller-Gerdes, Linda de Mol, Sigmar Solbach, Harry Wijnvoord, Marijke Amado, Karl Dall, Jochen Busse, Marielle Millowitsch, Olaf Kracht dann wohl auch nicht. Stattdessen holen sie alle Trash-Nasen ins Studio, die die letzten 15 Jahre verbockt haben.

Andererseits war RTL abgesehen von Sendungen wie Wie bitte?, Samstag Nacht und 7 Tage, 7 Köpfe auch nie mein Sender. Ich habe deren Spielshows, Vorführshows, Daily Talks, Nachrichtensendungen und sonstigen Proletensendungen nie verfolgt. Mich hat das Programm nie gepackt, nie mitgezogen, nie intellektuell gefordert. Wieso sollte das in einer Nachbetrachtung der Macher auf einmal der Fall sein?

Aber Thoma kann auch anders, vielleicht halt nicht unbedingt bei den Öffis, wie hier:

Bei den Privaten gibt es keine große Zahl von Stellen mehr, die man einsparen könnte. Also macht man das Programm möglichst billig – wenig eigenproduzierte Serien, viel Scripted Reality und Casting-Shows. Dafür hätte meine Vorstellung gar nicht ausgereicht, dass man stundenlang einem Immobilienmakler oder einem Schuldnerberater zuschauen könnte. Warum eigentlich nicht auch mal einer Toilettenfrau? Die Leute gucken es, weil’s nicht viel anderes gibt. In der Endstufe des Sparens steht dann vielleicht das animierte Testbild.

[S]prechen Sie mal mit all den ambitionierten Produzenten, die in den letzten Jahren Pleite gegangen sind. Sprechen Sie mal mit den aktiven Produktionsfirmen – da jammern sich alle die Hucke voll, weil von Seiten der privaten Sender weitgehend Stillstand herrscht. Sprechen Sie mit den unabhängigen Kleinsendern, die am Rande der Existenz dahinvegetieren, weil die beiden Großen immer neue Sender absondern. Das ist doch das Ergebnis dieses Duopols! Wobei man den beiden Gruppen selbst gar keinen Vorwurf machen kann. Deren Ziel ist halt, möglichst hohe Gewinne und Renditen zu erwirtschaften. Aber da muss doch irgendwann mal die ordnungspolitische Hand eingreifen! [...] Da muss man klipp und klar sagen: Zerschlagt die Senderfamilien!

April 2014
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