Spiegel & Süddeutsche Zeitung über den Fall Dieter Jasper

Heu­te beschäf­ti­gen sich der SPIEGEL und die Süd­deut­sche Zei­tung mit dem fal­schen Dok­tor­grad von Die­ter Jas­per. Die Süd­deut­sche liest dabei die bis­he­ri­gen Berich­te so, dass die Zei­tun­gen sich von Jas­per gefoppt füh­len. In den Kom­men­ta­ren wird Jas­per beson­ders feh­len­des Unrechts­be­wußt­sein nach­ge­sagt:

Falls Sie fra­gen, “wo der Auf­schrei aus der Wis­sen­schaft bleibt, wo doch die­se Schma­rot­zer die auf­wen­di­ge Arbeit durch den Dreck zie­hen”:

Die Dok­to­ran­den, die den Dr. tat­säch­lich mit vol­lem Recht ver­die­nen, die­je­ni­gen haben gar kei­ne Zeit und Ener­gie groß auf­zu­schrei­en. Denn die, die nach einem ech­ten Dok­tor (mit ech­ter wis­sen­schaft­li­cher Arbeit) stre­ben, die müs­sen in 60+ -Stun­den Wochen völ­lig unter­be­zahlt im Labor knech­ten. Die For­schungs­etats wer­den immer wei­ter zusam­men­ge­stri­chen, egal ob noch sovie­le Sonn­tags­re­den gehal­ten wer­den.

Wäh­rend die, die den Dok­tor als Pseu­do­a­dels­ti­tel für den gesell­schaft­li­chen Auf­stieg wol­len, auf­grund ihres Gel­des und ihrer Bezie­hun­gen den Dr. ohne gro­ße Pro­ble­me hin­ter­her­ge­wor­fen bekom­men. Die Süd­deut­sche hat im Fall unse­rer Fami­li­en­mi­nis­te­rin bereits sehr tref­fend von “Typ 1” und “Typ 2”-Doktoren gespro­chen.

Das ist der Rie­sen­skan­dal hier.

Ein ande­rer Leser emp­fiehlt eine ande­re Sicht­wei­se des Begriffs “Dok­tor”:

Auch wenn es vie­le Leu­te nicht ger­ne hören: Ein Dok­tor ist kein Titel. Punkt. Egal, ob er noch so häu­fig fälsch­li­cher­wei­se als “Dok­tor­ti­tel” bezeich­net wird. Ein Dok­tor ist ein “aka­de­mi­scher Grad”, nicht mehr und nicht weni­ger. Ein Doktor*grad* wird nach einer aka­de­mi­schen Prü­fung ver­lie­hen, die “die Befä­hi­gung zu eigen­stän­di­ger wis­sen­schaft­li­cher Arbeit” nach­wei­sen soll. Mit “Titeln” hat das über­haupt nichts zu tun. Es hat auch nie­mand einen Rechts­an­spruch dar­auf, als Dr. ange­re­det zu wer­den.

Damit die­se Betrü­ge­rei­en in Zukunft nicht mehr pas­sie­ren, soll­te der Dok­tor am bes­ten wie­der als das ange­se­hen wer­den, was er wirk­lich ist: Höchst rele­vant für eine aka­de­mi­sche Kar­rie­re, völ­lig irrele­vant für das außer­aka­de­mi­sche Leben. Lei­der hat sich nach der Abschaf­fung des offi­zi­el­len Adels die Unsit­te ein­ge­bür­gert, daß der Dr. vor dem Namen irgend­wie ‘Eli­te’ oder ‘Adel’ sym­bo­li­sie­ren soll, wes­halb gera­de sol­che Alpha­tie­re sich ger­ne damit schmü­cken wol­len, wofür sie auch ger­ne das not­wen­di­ge Klein­geld sprin­gen las­sen.

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