Die Selbstdekonstruktion des FDP-Generalsekretärs Christian Lindner

Selbst­de­kon­struk­ti­on ist etwas Sel­te­nes als heu­ti­ger Kunst­form. Um so inter­es­san­ter, wenn sich Poli­ti­ker ihrer Anneh­men. Getan hat das FDP-Generalsekretär Chris­ti­an Lind­ner, Objekt war die ihm bis­her zuge­stan­de­ne Ernt­haf­tig­keit in poli­ti­schen Belan­gen.

Aber damit soll­te erst ein­mal Schluss sein. Zunächst unter­stell­te er Kri­ti­ker von Außen­mi­nis­ter Wes­ter­wel­le, sie beschä­dig­ten die Demo­kra­tie. In einer Situa­ti­on, in der die FDP ein­mal mehr unver­mö­gend ist, ihren offen zur Schau gestell­ten Lob­by­is­mus irgend­wie zu recht­fer­ti­gen, fällt Lind­ner nichts bes­se­res ein, als einen Wert wie Demo­kra­tie mit in den Schmutz zie­hen zu wol­len: Weg­schau­en, bei dem was der Außen­mi­nis­ter macht, schließ­lich ist er Außen­mi­nis­ter. Soviel Anstand muss sein, denkt sich wohl Lind­ner.

Kei­nes­wegs sein müs­sen für Lin­der offen­sicht­lich ein­sicht­li­che Erklä­run­gen. Denn zur Kri­tik, dass mit dem Unter­neh­mer und FDP-Großspender Ralf Marohn auf Aus­lands­rei­sen des Außen­mi­nis­ters erst­mals ein Lob­by­ist inter­na­tio­nal mit­spie­len darf, kon­tert Lin­der mit der Behaup­tung, der Lob­by­ist sei schon auf Aus­lands­rei­sen Kurt Becks mit gewe­sen. Dies demen­tiert Kurt Beck aller­dings.

Und nun wird ein Foto an die Pres­se gege­ben, dass die­se Behaup­tung stüt­zen soll. Nur ein Foto — nicht mehr. Und wer sich mal kurz den Spaß erlau­ben möch­te: Dies hier ist Ralf Marohn.

Und dies hier ist das Foto, auf dem Ralf Marohn in Asi­en zu sehen sein soll.

Ich glaub, es ist der blon­de Locken­kopf in der Mit­te. Die Asia­ten waren lei­der alle zu klein für das Foto.

Glaub­wür­di­ge Poli­ti­ker — sowas ist natür­lich für eine Demo­kra­tie völ­lig uner­heb­lich, lie­be FDP.

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1 Kommentar

  1. Chris­ti­an Lind­ner und die Rent­ner.

    E-Mail Dis­kus­si­on mit Land­tags­ab­ge­ord­ne­tem von Nordrhein/Westfalen
    Chris­ti­an Lind­ner (FDP 30 Jah­re) mit Rent­ner Hel­mut Kauf­mann (Nicht­wäh­ler 76 Jah­re) im Juli 2009

    Bio­gra­phie: Chris­ti­an Lind­ner ist der abso­lu­te Senk­recht­star­ter der FDP. 15 Jah­re jung trat er in die FDP ein. Mit 21 Jah­ren saß er schon im nordrhein-westfälischen Land­tag. Mit 25 wur­de er FDP-Generalsekretär in Nordrhein-Westfalen. Jetzt sitzt der 30-Jährige im FDP-Bundesvorstand. Er kan­di­diert für den nächs­ten Bun­des­tag, wo er mit Sicher­heit lan­den wird, denn er wur­de in NRW auf den siche­ren Lis­ten­platz 9 gewählt.

    Klei­ner Aus­zug aus einem Stern Inter­view mit Chris­toph Lind­ner über die Aus­sa­ge des Finanz­mi­nis­ters Stein­brück zur Ren­ten­er­hö­hung 2009.

    Stern: Aber wenn die Löh­ne sin­ken, kön­nen dann die Ren­ten unbe­rührt davon blei­ben?

    Lind­ner: Nein, das ist unver­ant­wort­lich. Dann müs­sen auch die Ren­ten run­ter. Das Band zwi­schen den Gene­ra­tio­nen ist in der Form der Anbin­dung an die Lohn­ent­wick­lung rea­li­siert. Dass die­ses Band durch­ge­schnit­ten wor­den ist von der Gro­ßen Koali­ti­on, das sage ich auch als jün­ge­rer Poli­ti­ker, dass die Erwerbs­tä­ti­gen und die Rent­ner nicht mehr gleich behan­delt wer­den, son­dern die Rent­ner pri­vi­le­giert wer­den, das ist ein unglaub­li­cher Skan­dal.

    Stern: Sie sind 30 Jah­re jung. Sehen sie es auch wie der Wis­sen­schaft­ler Bernd Raf­fel­hü­s­chen von der Stif­tung Markt­wirt­schaft, der eine mas­si­ve Benach­tei­li­gung der jun­gen Gene­ra­ti­on durch die Ber­li­ner Koali­ti­on und ihre Ren­ten­po­li­tik beklagt?

    Lind­ner: Ja, und das geschieht schon seit Jah­ren. Die­ses Jahr wer­den die Ren­ten 2,41 Pro­zent erhöht im Wes­ten, 3,38 Pro­zent im Osten. Was glau­ben Sie, was für ein Pro­test­sturm aus­ge­bro­chen wäre, wenn sich Abge­ord­ne­te eine sol­che Diä­ten­er­hö­hung geneh­migt hät­ten. Und zwar zu Recht. Das passt gegen­wär­tig über­haupt nicht in die Zeit, was die Koali­ti­on als Ren­ten­po­li­tik for­mu­liert hat.

    Hier­zu hat­te ich Herrn Lind­ner auf sei­ner Home­page 7 Punk­te auf­ge­führt die er umge­hend beant­wor­tet hat. Nach Re 1 hat er mit Re 2 noch­mals geant­wor­tet. Nach mei­ner Re 2 kam lei­der nichts mehr.

    Sehr geehr­ter Herr Kauf­mann,
    vie­len Dank für Ihre Anmer­kun­gen, auf die ich ger­ne ant­wor­ten möch­te:
    Kauf­mann:
    1. Es gibt kein Pro­blem Alt und Jung son­dern nur Arm und Reich. Die gibt es in allen Alters­stu­fen.’

    Re.1 Lind­ner:
    Darf ich Ihre Aus­sa­ge so inter­pre­tie­ren, dass Ver­mö­gen­de und Bezie­her höhe­rer Ein­kom­men stär­ker belas­tet wer­den soll­ten? Beden­ken Sie bit­te, dass schon heu­te eine Hälf­te der Steu­er­zah­ler 90 Pro­zent des gesam­ten Steu­er­auf­kom­mens erbringt. Genau­er: Zehn Pro­zent der Men­schen leis­ten 50 Pro­zent.

    Re.1 Kauf­mann
    Die­se Zah­len brin­gen Wes­ter­wel­le und Co. auf jeder Talk­show. Ver­schwei­gen aber über wie viel Gesamt­ein­kom­men die­se 10% ver­fü­gen. Ich ken­ne kei­nen ein­zi­gen Men­schen in Deutsch­land der eine Leis­tung erbringt die die­se Mil­lio­nen­ein­künf­te wert sind. Die­se Mil­lio­nen flie­ßen näm­lich nicht in den Wirt­schafts­kreis­lauf. Das ist das Geld wel­ches denen fehlt die es echt erar­bei­ten. Eine dras­ti­sche Steu­er­erhö­hung oder Ein­kom­mens­be­gren­zung ist hier uner­läß­lich.

    Re.2 Lind­ner
    Wol­len Sie dem bril­lan­ten Herz­chir­ur­gen sein Ein­kom­men redu­zie­ren — mit dem Ergeb­nis, dass er nur noch in der Schweiz oder Groß­bri­tan­ni­en sei­ner Kunst nach­geht? Wol­len Sie dem mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­mer sein Eigen­ka­pi­tal weg­steu­ern, das er für Inves­ti­tio­nen benö­tigt oder aus dem er die Rück­la­gen gewinnt, um in Kri­sen­zei­ten Arbeits­plät­ze zu erhal­ten? Durch Ihren Vor­schlag einer dras­ti­schen Steu­er­erhö­hung wür­de Deutsch­land mehr ver­lie­ren, als wir gewin­nen könn­ten. Außer­dem fra­ge ich nach der Gerech­tig­keit: Wenn jemand wegen sei­nes Flei­ßes oder sei­ner Talen­te eine Chan­ce nut­zen konn­te, war­um soll man ihm die Früch­te sei­ner Arbeit weg­neh­men? Wer ent­schei­det, wer wel­ches Ein­kom­men wert ist: Sie und ich? Nein, fai­rer und demo­kra­ti­scher ist es, die­se Ent­schei­dung dem Markt zu über­las­sen. Der Markt ist selbst eine Moral­ord­nung der Leis­tungs­ge­rech­tig­keit.

    Re.2 Kauf­mann
    Will ich natür­lich nicht. Die sacken ja auch kei­ne Mil­lio­nen ein. Es geht mir um Pri­vat­ein­künf­te die nicht erar­bei­tet wor­den sind. z.B. ein Herr Lutz Claa­sen der für 4 Jah­re bei der EnBW mit Mil­lio­nen­ab­fin­dung und einer 400 000 Euro Ren­te als 45 jäh­ri­ger bedient wird und sich damit noch bei Fern­seh­auf­trit­ten brüs­tet was für ein cle­ve­rer Typ er ist, ein Herr Zum­win­kel, Herr Acker­mann oder die vie­len Bank­vor­stän­de, deren Ban­ken mit Steu­er­gel­dern am Leben gehal­ten wer­den und trotz­dem Mil­lio­nen kas­sie­ren. Neben­bei noch Fuß­bal­ler, Trai­ner, Fern­seh­mo­de­ra­to­ren usw. Herr Wie­de­kind von Por­sche macht mehr Gewinn als Umsatz mit win­di­gen Akti­en­ge­schäf­ten und kas­siert hier flei­ßig mit. Por­sche ist jetzt Plei­te. Der mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­mer ist lei­der eine aus­ster­ben­de Zunft. Mei­ne Fir­ma ist 1950 von einem 50 jäh­ri­gen mit Frau , 3 min­der­jäh­ri­ge Kin­der und einem Ange­stell­ten gegrün­det wor­den und war auf 250 Mit­ar­bei­tern gewach­sen. Heu­te ist die Fa. Markt­füh­rer und in einer Hol­ding. Ohne Eigen­ka­pi­tal und von Ban­ken abhän­gig waren der Pri­vat­be­trieb nicht mehr zu hal­ten. Heu­te wer­den mit 1/3 Mit­ar­bei­ter immer höhe­re Umsät­ze und Gewin­ne erzielt weil fast alles im Aus­land gefer­tigt wird. Tol­les Sys­tem. Bei Steu­ern soll­te man tren­nen zwi­schen Unter­neh­mer­ge­win­nen und Pri­vatein­kom­men.
    Lind­ner: Kei­ne Ant­wort

    Kauf­mann:
    2. Wenn die Ren­ten, Ihrer Mei­nung nach, an die Löh­ne gekop­pelt wer­den sol­len müs­sen die Rent­ner noch mit eini­gem Nach­schlag rech­nen. Die­ses Anpas­sungs­sys­tem hat Rot-Grün bereits 1999 ver­las­sen.’

    Re.1 Lind­ner:
    Neben der Lohn­ent­wick­lung ist nach mei­ner Über­zeu­gung der demo­gra­phi­sche Wan­del zu berück­sich­ti­gen. Zu bei­dem müs­sen wir zurück.

    Re.1 Kauf­mann: Wenn die Ren­ten unter Exis­tenz­mi­ni­mum sin­ken muß wie­der der Staat ein­grei­fen.
    War­um wird der demo­gra­phi­sche Wan­del nicht auch bei den Staats­pen­sio­nä­ren berück­sich­tigt?
    Re.2 Lind­ner:
    Ja, gegen eine Grund­si­che­rung ist natür­lich nicht ein­zu­wen­den. Das durch­schnitt­li­che Ren­ten­ni­veau liegt aber deut­lich ober­halb des Grund­si­che­rungs­ni­veaus. Ver­ges­sen Sie nicht: Eine nicht uner­heb­li­che Zahl
    von Rent­nern hat bei­spiels­wei­se Immo­bi­li­en­ver­mö­gen etc.

    Re.2 Kauf­mann:
    Mir geht es um die Rent­ne­rin die nicht mehr ins Thea­ter kann und um Schü­ler die nicht auf Klas­sen­fahr­ten mit­ge­hen kön­nen weil das Geld fehlt. Dies ein Skan­dal.

    Lind­ner: Kei­ne Ant­wort

    Kauf­mann:
    3. Die letz­te Diä­ten­er­hö­hung unse­rer Volks­ver­tre­ter betrug über 700 Euro. Was die 2,4 % bei Klein­rent­nern aus­ma­chen kön­nen Sie ja selbst aus­rech­nen.

    Re.1 Lind­ner:
    Es ist nicht fair, abso­lu­te Zah­len und Pro­zent­wer­te zu ver­glei­chen. Bei den Bezü­gen der Abge­ord­ne­ten bei­spiels­wei­se in Nordrhein-Westfalen ist zudem zu berück­sich­ti­gen, dass nur ein Teil per­sön­li­ches Ein­kom­men und der ande­re Teil Erstat­tung dienst­li­cher Kos­ten ist. Dar­über hin­aus hal­te ich Abge­ord­ne­te ganz aus­drück­lich nicht für über­be­zahlt.

    Re.1 Kauf­mann:
    Nicht fair ist alles in Pro­zent aus­zu­drü­cken. Zah­len sind abso­lut fai­rer. Pro­zent­wer­te haben Null Aus­sa­ge­kraft. Da kann man nichts bewei­sen. z.B. Infla­ti­ons­ra­ten. Die­se sind bei jedem Ein­kom­men anders. Bei Klein­ver­die­nern im zwei­stel­li­gem Pro­zent­be­reich, bei Groß­ver­die­nern nicht meß­bar. Trotz­dem wer­den alle Ein­kom­men seit 60 Jah­ren in Pro­zent erhöht. Jede pro­zen­tua­le Ein­kom­mens­stei­ge­rung ist eine Umver­tei­lung von unten nach oben. Dies ist das Grund­übel unse­res heu­ti­gen Dilem­mas bei dem die “Rei­chen” immer rei­cher und die “Armen” immer ärmer wer­den. Alles was sich pro­zen­tu­al erhöht ver­dop­pelt sich in weni­gen Jah­ren. Die­ses Schnee­ball­sys­tem vom immer­wäh­ren­den Wachs­tum, wel­ches die FDP auch ver­tritt, wird unse­ren Pla­ne­ten in weni­gen Jah­ren unbe­wohn­bar machen. Es kann näm­lich nie­mand im Klar­text sagen wel­che Pro­duk­te noch in grö­ße­ren Men­gen pro­du­ziert wer­den müs­sen. Sie kön­nen mir kein ein­zi­ges Pro­dukt sagen wel­ches nicht in aus­rei­chen­den Men­gen pro­du­ziert wird. Alle Roh­stof­fe gehen mal zur Nei­ge. Emp­feh­len kann ich Ihnen mal das Buch “Ein Pla­net wird geplün­dert” von Her­bert Gruhl von 1975 der damals schon die heu­ti­ge Mise­re vor­aus­ge­sagt hat und nicht zu wider­le­gen ist.

    Re.2 Lind­ner:
    Die Vor­stel­lung von Wachs­tum, die Gruhl ver­tre­ten hat, ist falsch. Ein Bei­spiel: Wachs­tum bezieht sich nicht dar­auf, dass alle Men­schen seit 1975 immer mehr Kühl­schrän­ke haben wol­len. Aber es gibt Kühl­schrän­ke mit beson­de­rem Design, mit beson­de­rer Ener­gie­spar­funk­ti­on, mit auto­ma­ti­schem Eis­wür­fel­aus­wurf, die Men­schen ver­an­las­sen, einen alten Kühl­schrank durch ein höher­wer­ti­ges Modell zu erset­zen. Der tech­ni­sche Fort­schritt ist eine wei­te­re Quel­le von Wachs­tum — wer hät­te 1975 in Zei­ten der Deut­schen Bun­des­post an die Umsät­ze geglaubt, die heu­te mit Mobil­te­le­fo­nen und im Inter­net gene­riert wer­den.

    Re.2 Kauf­mann:
    Sie wis­sen doch sel­ber daß das mit den Kühl­schrän­ken Unfug ist. Schau­en Sie sich mal unten die VW
    Bilanz an. Immer mit weni­ger Men­schen mehr pro­du­zie­ren. Der Name Her­bert Gruhl wird nicht mal bei den “Grü­nen erwähnt des­sen Grün­der und 1. Vor­sit­zen­der er war. Alles was gegen Wachs­tum ist wird tot­ge­schwie­gen. Es gibt Bücher wie “Die Kara­wa­ne der Blin­den “Bio­gra­phie von Gruhl, oder “Der grü­ne Ver­rat” der die Ent­wick­lung der “Grü­nen” von 1979 bis 2005 ver­folgt hat. Da hat noch nie­mand etwas von gehört. Die wer­den in den Medi­en nie­mals erwähnt. Demo­kra­tie und Mei­nungs­frei­heit!

    Lind­ner: Kei­ne Ant­wort

    Hier noch ein klei­nes Schman­kerl aus dem Inter­net
    Kauf­mann: Aus dem Inter­net von Pro­fes­sor Bernd Senf.
    Fast jedes Kind weiß es: Geld wächst und wächst und wächst. Und in der Schu­le ler­nen die Jugend­li­chen die Zin­ses­zins­for­mel ken­nen — und mit ihr das erstaun­li­che Phä­no­men, dass ein ein­mal fest ange­leg­ter Geld­be­trag schein­bar ganz von selbst im Lau­fe von Jah­ren und Jahr­zehn­ten immer schnel­ler wächst.
    Man nennt das “expo­nen­ti­el­les Wachs­tum”. Hät­te Josef zu Chris­ti Geburt 1 Pfen­nig zu 5 Pro­zent Zin­ses­zins ange­legt, so wären dar­aus bis 1990 in Gold umge­rech­net 134 Mrd. Gold­ku­geln vom Gewicht der Erde gewor­den. Und das aus nur einem Pfen­nig! Wenn es sich dem­ge­gen­über um Geld­ver­mö­gen in Mil­li­ar­den­hö­he han­delt, dann rei­chen schon eini­ge Jahr­zehn­te aus, um
    sie in gigan­ti­schem Maße anwach­sen zu las­sen. Eine fei­ne Sache für die Ver­mö­gen­den, so scheint es — aber eine ver­hee­ren­de Sache für vie­le Schuld­ner. Den wenigs­ten ist aber bewusst, dass die Geld­ver­mö­gen nur wach­sen kön­nen, wenn irgend­wo im Gesamt­sys­tem die Ver­schul­dung spie­gel­bild­lich wächst. Ver­ein­facht aus­ge­drückt: Die Geld­ver­mö­gen der einen sind die Schul­den der ande­ren.

    Re.1 Lind­ner:
    Bei der Aus­sa­ge von “Pro­fes­sor” Senf han­delt es sich um einen popu­lä­ren Irr­tum. Die Geld­men­ge wird von den unab­hän­gi­gen Noten­ban­ken fest­ge­legt. Die Geld­men­ge kann durch die Abga­be von Notenbank-Krediten an die Geschäfts-Banken erhöht wer­den. Die Geld­men­ge wird von den Noten­ban­ken
    aller­dings auch wie­der redu­ziert, wenn Infla­ti­ons­ge­fah­ren dro­hen. Dann wer­den Notenbank-Kredite für die Geschäfts-Banken redu­ziert. Infla­ti­on ent­steht dann, wenn die Geld­men­ge stär­ker steigt als das
    volks­wirt­schaft­li­che Sach­ver­mö­gen. Infla­ti­on führt zur Ent­wer­tung von Geld­ver­mö­gen. In dem klei­nen Bei­spiel von Josef wird außer Betracht gelas­sen, dass ers­tens der Zins­ge­winn ver­steu­ert wer­den muss, es zwei­tens eine Bank geben muss, die die­sen Anla­ge­zins gewäh­ren kann, und es drit­tens einen sta­bi­len Geld­wert gibt. Um im Bei­spiel zu blei­ben: Der Unter­gang des Römi­schen Rei­ches, die Pest im Mit­tel­al­ter, der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg, der Ers­te Welt­krieg, die ers­te Welt­wirt­schafts­kri­se etc. ent­lar­ven die­se Modell­vor­stel­lung als Fik­ti­on.

    Re.1 Kauf­mann:
    Was Bernd Senf meint haben Sie nicht begrif­fen. Er will damit genau das sagen was sie hier als Irr­tum dar­stel­len, daß dies nicht geht aber von der gan­zen­Welt kopiert wird. Hier eine Kost­pro­be die­ses Irr­sinns aus dem Inter­net. VWBi­lanz 2007:
    März 2008
    Euro­pas größ­ter Auto­bau­er Volks­wa­gen ist mit glän­zen­den Absatz­er­geb­nis­sen ins Jahr gestar­tet. In den ers­ten bei­den Mona­ten des Jah­res habe der Kon­zern 10,5 Pro­zent mehr Autos ver­kauft als im Vor­jah­res­zeit­raum, berich­te­te VW-Chef Mar­tin Win­ter­korn auf der Bilanz-Pressekonferenz. Ins­ge­samt sei­en im Janu­ar und Febru­ar 952.500 Fahr­zeu­ge aus­ge­lie­fert wor­den. Win­ter­korn bekräf­tig­te zugleich das Ziel, die Pro­duk­ti­vi­tät jähr­lich um zehn Pro­zent zu stei­gern.
    (Hier kön­nen Sie mal rech­nen wie lan­ge es dau­ert bis sich jeder Mensch täg­lich einen VW kau­fen kann)
    2011 will der Kon­zern acht Mil­lio­nen Autos im Jahr ver­kau­fen. Im ver­gan­ge­nen Jahr waren es 6,2 Mil­lio­nen, acht Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Beim Ergeb­nis vor Steu­ern hat­te VW das ursprüng­lich für 2008 geplan­te Ziel von 5,1 Mil­li­ar­den Euro mit 6,5 Pro­zent deut­lich über­trof­fen. Der Umsatz nahm um 3,8 Pro­zent auf 108,9 Mil­li­ar­den Euro zu. “Für den Volks­wa­gen Kon­zern war es das mit Abstand erfolg­reichs­te Jahr in der Unter­neh­mens­ge­schich­te”, sag­te Win­ter­korn. Die erfolg­rei­che Bilanz 2007 ist auch auf die vor­an­ge­gan­ge­ne durch­grei­fen­de Sanie­rung ins­be­son­de­re der Mar­ke Volks­wa­gen zurück­zu­füh­ren, die noch die frü­he­re Füh­rung des Unter­neh­mens unter VW-Chef Bernd Pische­ts­rie­der
    durch­ge­setzt hat­te. Unter ande­rem waren zur Erhö­hung der Pro­duk­ti­vi­tät rund 20 000 Stel­len gestri­chen wor­den, vor allem über Abfin­dun­gen und Alters­teil­zeit.

    Daß man die­sen Unfug nicht mal auf 50 Jah­re hoch­rech­nen kann haben Her­bert
    Gruhl und Bernd Senf bewie­sen.

    Lind­ner: Kei­ne Ant­wort

    Kauf­mann:
    4. Unse­re Poli­ti­ker, Beam­te usw. wer­den aus dem Steu­er­auf­kom­men bezahlt Ist soweit o.k. Hier kommt aber nie­mand auf die Idee die­se Ein­kom­men zu kür­zen da das Steu­er­auf­kom­men eben­falls dras­tisch sinkt.

    Re.1 Lind­ner:
    Auch das Ren­ten­sys­tem wird aus all­ge­mei­nen Steu­er­mit­teln mit­fi­nan­ziert. Ein Drit­tel des Bun­des­haus­halts wird dafür benö­tigt: 80 Mil­li­ar­den Euro, ohne die die Bei­trä­ge höher oder Ihre Ren­ten gerin­ger wären. Die Steu­ern wer­den indes auch von Men­schen gezahlt, die als Beam­te oder Selb­stän­di­ge kei­ner­lei Ansprü­che erwer­ben.

    Re.1 Kauf­mann:
    Ein Groß­teil der 80 Mil­li­ar­den wird auch für Leu­te aus­ge­ge­ben die mit der Ren­ten­kas­se nichts zu tun haben. Auch wur­den und wer­den noch Mil­li­ar­den für Ex-Nationalsozialisten aus­ge­ge­ben, die ohne Rück­sicht auf ihr dama­li­ges Ein­kom­men mit groß­zü­gi­gen Pen­sio­nen ab dem 55 ! Sten Lebens­jahr ver­sorgt wur­den. (Gesetz Schwarz-Rot ca. 1967)
    Lind­ner: Kei­ne Ant­wort

    Kauf­mann:
    5. Mir ist noch kein Tarif­ver­trag bekannt und es wird auch kei­ner kom­men der Lohn­kür­zun­gen vor­sieht. War­um also die­ses gan­ze Geschwätz.’

    Re.1 Lind­ner:
    Es geht um die volks­wirt­schaft­li­che Lohn­sum­me. Zudem beden­ken Sie bit­te die Wir­kung der dämp­fen­den Fak­to­ren des demo­gra­phi­schen Wan­dels. Im Prin­zip haben Sie aber Recht: Die Ren­ten­ga­ran­tie ist ein Wahlkampf-Gag. Ich kri­ti­sie­re auch mehr die prin­zi­pi­el­le Abkehr von der Ren­ten­for­mel, wie Sie gelenkt haben.

    Re.1 Kauf­mann
    Bemer­kung: Hier müß­te auch das volks­wirt­schaft­li­che Steu­er­auf­kom­men des
    Bun­des für die Bezah­lung ihrer Beam­ten her­an­ge­zo­gen wer­den.

    Re.2 Lind­ner:
    Bei den Pen­sio­nä­ren wird der demo­gra­phi­sche Wan­del berück­sich­tigt, indem das Pen­si­ons­ni­veau in den nächs­ten Jahr­zehn­ten schritt­wei­se redu­ziert wird. Bei den heu­ti­gen Pen­sio­nä­ren ist ein wei­te­rer Ein­griff aber nicht mög­lich (Ver­trau­ens­schutz). Im Übri­gen spre­che ich mich dafür aus, die Zahl der Beam­ten zukünf­tig ins­ge­samt zu redu­zie­ren, indem nur noch in hoheit­li­chen Berei­chen ver­be­am­tet wird.

    Re.2 Kauf­mann:
    Hier kann ich nur drü­ber lachen. Ich wei­se nur dar­auf hin daß Pen­sio­nä­re nach ihrem letz­ten Gehalt bezahlt wer­den im Gegen­satz zu Rent­nern.

    Lind­ner: Kei­ne Ant­wort

    Kauf­mann:
    6. Von der FDP wer­den Ein­kom­mens­mil­lio­nä­re ver­schont. Das Geld­ver­mö­gen der Deut­schen von 4,5 Bil­lio­nen von über­wie­gend die­sen Leu­ten wird eben­falls nicht ange­tas­tet. Immer auf die Kleins­ten wird
    rum­ge­hackt. Meis­tens von denen, die wie die Made im Speck leben, wie z.B. der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Chris­ti­an Lind­ner.

    Re.1 Lind­ner
    Das ist falsch. Bezie­her hoher Ein­kom­men pro­fi­tie­ren von einem kom­pli­zier­ten Steu­er­sys­tem mit Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten. Die FDP will dage­gen ein ein­fa­ches Steu­er­sys­tem. Zudem ver­wei­se ich auf Fra­ge 1 und die tat­säch­li­chen Bei­trä­ge, die ein­zel­ne Ein­kom­mens­grup­pen in Deutsch­land für
    unser Gemein­we­sen leis­ten.
    Re.1 Kauf­mann
    Über das Geld­ver­mö­gen der Deut­schen hat mei­ne Tages­zei­tung vor eini­ger Zeit eine Gra­phik gebracht die besagt, daß die­ses in den letz­ten 12 Jah­ren jähr­lich um 140 Mrd. gestie­gen ist und die 4 Bil­lio­nen­gren­ze über­schrit­ten hat. Unser Steu­er­sys­tem war kor­rupt, ist kor­rupt und wird wei­ter­hin kor­rupt blei­ben auch wenn die FDP dem­nächst an der Regie­rung ist. Es sägt nie­mand den Ast ab auf dem er sitzt.

    Lind­ner: Kei­ne Ant­wort

    Kauf­mann:
    7. Mei­ne Kauf­kraft, das ist das Geld wel­ches ich nach Abzug aller Pos­ten zum Ankur­beln der Wirt­schaft noch übrig habe, hat sich nach­weis­bar in den letz­ten 12 Jah­ren hal­biert. Ihres nicht!’

    Re.1 Lind­ner:
    Im Inter­view mit stern.de haben Sie gele­sen, dass ich dies kri­ti­siert habe. Die FDP hat des­halb bei­spiels­wei­se die Erhö­hung der Mehr­wert­steu­er abge­lehnt.

    Lind­ner: Kei­ne Ant­wort

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