Sascha-Lobo-Bashing bei der taz: Der Abgesang auf die Digital Bohème

Sebas­ti­an Ingen­hoff hat bei der taz einen Abge­sang auf die Digi­tal Bohè­me ver­fasst, bleibt aber gehalt­vol­le Argu­men­te schul­dig.

Man ver­bin­det mit die­sem Begriff wohl am ehes­ten Sascha Lobo, der eine arbeits­platz­un­ab­hän­gi­ge und durch wech­seln­de Arbeit­ge­ber getra­ge­ne Berufs­form hier­mit gemeint hat. Als freie Auto­ren oder freie Gra­fi­ker gab es das zuvor schon, auch Archi­tek­ten haben ger­ne mal unter­schied­li­che Arbeit­ge­ber. Was so abso­lut neu sein soll­te an die­sem Begriff, das blieb schlei­er­haft. Und es hat außer­halb von Ber­lin auch nie­man­den inter­es­siert.

Denn eben außer­halb von Ber­lin weiss kaum jemand etwas mit die­sem Begriff anzu­fan­gen. Es ist eben­so außer­halb von Ber­lin nicht mehr en vogue, mit der Schaf­fung neu­er Begrif­fe, die einen fremd­spra­chi­gen Klang haben, groß­ar­tig punk­ten zu wol­len. Hier­in schwebt der Geist ver­gan­ge­ner Zei­ten, viel­leicht ver­gan­ge­ner Künst­ler­zei­ten, der in Ber­lin offen­bar noch rum­spukt.

Die­se Berufs­form hat es also der Ber­li­ner taz zufol­ge nicht geschafft, sich zu eta­blie­ren. Zumin­dest in Ber­lin nicht. Und ob das auf­grund der nicht son­der­lich rosi­gen wirt­schaft­li­chen Lage Ber­lins so ver­wun­der­lich ist, möch­te man ja ger­ne anzwei­feln.

Was der Text von Ingen­hoff essen­ti­ell über­haupt sagen möch­te, bleibt eigent­lich schlei­er­haft. Der Leser wird allei­ne gelas­sen mit For­mu­lie­run­gen wie

Pro­ble­ma­tisch wird es näm­lich, wenn Schlag­wor­te wie “digi­ta­le Bohe­me” und “Mar­ke Eigen­bau” von den Markt­ra­di­ka­len ver­ein­nahmt wer­den, um ledig­lich For­de­run­gen nach mehr Selbst­ver­ant­wor­tung zu stüt­zen. Aber der Markt kriegt die Din­ge eben nicht immer von allei­ne gere­gelt.

Das ist kaum mehr als ein furcht­bar alt­klun­ges Youknow­Wha­tI­me­an, ein defä­tis­tisch durch­tränk­ter Pop­text. Was mich nur wun­dert: Abge­sän­ge wer­den doch eigent­lich nur von Teil­neh­mern einer Auf­füh­rung abge­hal­ten.

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2 Kommentare

  1. Ich habe den Arti­kel lei­der nicht gele­sen aber da ich vor kur­zem erst einen Video-Podcast mit Sascha Lobo gese­hen habe, hat mich das Inter­es­se gepackt. Der Begriff digi­ta­le Bohe­me wur­de mir bis­her auch noch nie so rich­tig klar, auch wenn ich glau­be ver­stan­den zu haben was Sascha Lobo damit meint. Ob und wie sehr die­se Art und Wei­se zu leben und zu arbei­ten benei­dens­wert ist, steht dann wie­der­um auf einem ande­ren Blatt.

  2. Ich weiss nicht, ob es zum Begriff Digi­ta­le Bohè­me über­haupt Per­so­nen gibt, die sich als sol­che ver­ste­hen wol­len, außer Herrn Lobo. Der Begriff ist wohl eher über­flüs­sig.

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