Lesezeichen vom 4. August 2015

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Zimmermann, Eduard — Auch ich war ein Gauner

Es ist schon ganz inter­es­sant zu lesen, wie Edu­ard Zim­mer­mann vor dem Zwei­ten Welt­krieg leb­te und nach dem zwei­ten Welt­krieg ein wenig rum­gau­ner­te. Aber so schlimm war es dann doch nicht. Dass damals viel gehehlt wur­de, mach­te bestimmt vie­le zu Gau­nern, die spä­ter davon ablie­ßen. So ganz spek­ta­ku­lär will mir das nicht vor­kom­men.

Dass er danach aller­dings in hals­bre­che­ri­scher Art und Wei­se in Fracht­räu­men von Schif­fen als blin­der Pas­sa­gier gen Schwe­den schip­per­te, beißt sich für mich fast ein wenig mit sei­nen spä­te­ren War­nun­gen in Akten­zei­chen XY … unge­löst vorm Tram­pen, was etwas bie­der daher­kam.

Die letz­ten 35 Jah­re sei­nes Lebens kom­men viel­leicht gen Ende des Buches etwas kurz, aber man gewinnt einen guten Ein­blick in sei­ne Auf­fas­sung der Kri­mi­nal­sen­dung, die ihn so berühmt mach­te. Alles in allem ein unter­halt­sa­mer Blick in eine jüngst ver­gan­ge­ne Zeit.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Alle reden vom Grex­it, in Frank­reich redet man aber auch über den Deu­xit.

Was Staats­ge­heim­nis­se anbe­langt, bin ich ja Kan­tia­ner: „Alle auf das Recht ande­rer Men­schen bezo­ge­ne Hand­lun­gen, deren Maxi­me sich nicht mit der Publi­zi­tät ver­trägt, sind unrecht.“ Man muss nicht alles breit­tre­ten, was man so tut, aber dar­aus eine Straf­bar­keit abzu­lei­ten, damit tue ich mich schwer. Und wel­che frem­de Macht soll mit der Infor­ma­ti­on über die Höhe der Gel­der, die in der Bun­des­re­pu­blik für die Über­wa­chung sozia­ler Netz­wer­ke aus­ge­ge­ben wer­den sol­len, groß­ar­tig was anfan­gen? Und glaubt wirk­lich jemand, “frem­de Mäch­te” bräuch­ten Blogs, um an sol­che Infor­ma­tio­nen zu kom­men?

Offen­bar erkennt nicht mal so ein Gene­ral­bun­des­an­walt Staats­ge­heim­nis­se auf Anhieb, son­dern braucht einen exter­nen Gut­ach­ter. Aber so ein Jour­na­list soll das auf Anhieb erken­nen? Ich stell mal die Stopp­uhr, wann sie Ran­ge aufs Alten­gleis stel­len, jeden­falls hat er gera­de den Schwar­zen Peter dem Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Maas zuge­steckt: Der habe ges­tern die Nach­for­schung, ob es sich bei den in Rede ste­hen­den Doku­men­ten um ein Staats­ge­heim­nis han­delt, gestoppt. Tja, und wenn kei­ner genau weiß, ob das da ein Staats­ge­heim­nis ist, kann man wohl auch kei­nen wegen Lan­des­ver­rats ankla­gen. Der Gut­ach­ter hat aber wohl, bevor er in Urlaub gefah­ren ist, gemeint, das wäre wohl eins.

Was eine Pos­se.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wann macht Maas mobil? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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